Trump bestätigt direkte Gespräche mit Nordkorea | Aktuell Welt | DW | 17.04.2018
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Koreakonflikt

Trump bestätigt direkte Gespräche mit Nordkorea

In wenigen Wochen will sich der US-Präsident mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen. Jetzt bestätigte Donald Trump hochrangige Vorbereitungsgespräche. Es gebe eine große Chance, ein "Weltproblem" zu lösen.

Auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida sagte der US-Präsident bei einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe, es gebe direkte Kontakte zwischen den USA und Nordkorea. Die Gespräche zur Planung des Gipfeltreffens fänden auf einer "extrem hohen Ebene" statt. Die "Washington Post" berichtete, der CIA-Chef und designierte US- Außenminister Mike Pompeo sei am Oster-Wochenende zu einem geheimen Besuch in Pjöngjang gewesen. Dabei habe er auch den nordkoreanischen Machthaber getroffen. Die US-Regierung wollte das nicht kommentieren. Doch später bestätigte der US-Präsident die Begegnung via Twitter, die demnach in der vorigen Woche stattfand: 

Trump erklärte mit Blick auf sein geplantes Treffen mit Kim, es zähle das Resultat und nicht nur ein Treffen an sich oder Verhandlungen darüber. "Es gibt eine große Chance, ein Weltproblem zu lösen", sagte Trump mit Blick auf den Atom- und Raketenstreit Pjöngjangs mit dem Westen. "Ich glaube wirklich, dass es viel guten Willen gibt." Man werde sehen, was passiert. Allerdings wollte er auch nicht ausschließen, dass der Gipfel noch scheitern könnte.

Das Treffen zwischen Trump und Kim wird für Ende Mai oder Anfang Juni erwartet. Dazu seien fünf Orte im Gespräch sagte Trump. Keiner davon liege in den USA. Die Einladung zu dem Gipfel war Anfang März von Kim ausgegangen.

"Kleiner Raketenmann" trifft "senilen Amerikaner"

Das geplante Treffen zwischen dem "kleinen Raketenmann" - so Trump über Nordkoreas Machthaber - und dem "geistig umnachteten senilen Amerikaner" - so Kim über den US-Präsidenten - wäre die erste direkte Begegnung und eine Kehrtwende in dem Konflikt, in dem sich beide Staatschefs im vergangenen Jahr mit Beleidigungen und Drohungen überzogen und die Angst vor einem militärischen Konflikt geschürt haben.

Der Streit um das nordkoreanische Rüstungsprogramm war 2017 eskaliert - bis hin zu gegenseitigen Kriegsdrohungen zwischen den USA und Nordkorea. Das Militär des kommunistischen Staates hatte mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet. Die Führung in Pjöngjang verstieß damit gleich gegen mehrere UN-Resolutionen.

Trump: Koreaner sollen über Kriegsende sprechen

Aber Trump sieht auch die beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel in der Pflicht. An beide Seiten gerichtet sagte der US-Präsident, sie sollten Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands aufnehmen. Nord- und Südkorea hätten dafür seinen Segen, sagte Trump am Rande des Treffens mit Abe. Nach dem Koreakrieg in den Jahren 1950 bis 1953 wurde kein Friedensvertrag zwischen dem Norden und dem Süden geschlossen, sondern lediglich ein Waffenstillstandsabkommen. Formal befinden sich die beiden Staaten daher noch immer im Kriegszustand. 

Ein Vertreter des Präsidialamtes in Seoul bestätigte, dass Südkorea Möglichkeiten für ein Friedensabkommen mit dem Norden auslotet. Im Rahmen der Planungen für das Gipfeltreffen der beiden verfeindeten Staaten Ende April werde darüber nachgedacht, wie das Waffenstillstandsabkommen nach dem Ende des Korea-Kriegs entsprechend umgewandelt werden könne, hieß es.

qu/sam (rtr, afp, dpa)