Trump-Beraterin nach Streit mit First Lady abgesetzt | Aktuell Amerika | DW | 15.11.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Weißes Haus

Trump-Beraterin nach Streit mit First Lady abgesetzt

Die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin von US-Präsident Trump, Mira Ricardel, muss ihren Posten räumen. Das hatte First Lady Melania gefordert. Jobs im Weißen Haus werden zum Schleudersitz.

Der jüngste Personalwechsel im Weißen Haus sticht aus der Vielzahl der vorherigen Umbesetzungen hervor, weil er offenbar unmittelbar auf ein Votum der Präsidentengattin Melania Trump zurückgeht.

Die First Lady hatte sich am Dienstag in einem höchst ungewöhnlichen Schritt in Personalfragen innerhalb der Regierung ihres Mannes eingemischt und über ihre Sprecherin erklären lassen, Mira Ricardel habe es "nach Auffassung des Büros der First Lady" nicht länger verdient, für das Weiße Haus zu arbeiten.

Mira Ricardel US-Beamtin (United States Department of Commerce)

Mira Ricardel, stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin

Den Zorn der First Lady zugezogen

Ricardel war bislang Stellvertreterin des Nationalen Sicherheitsberaters, John Bolton. Nach US-Medienberichten war sie in den vergangenen Wochen mit Melania Trumps Büro aneinandergeraten - wegen organisatorischer und finanzieller Fragen rund um die erste Solo-Auslandsreise der First Lady im Oktober nach Afrika. Außerdem soll sie verdächtigt werden, negative Geschichten über die Präsidentengattin in Umlauf gebracht zu haben.

Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders erklärte, Mira Ricardel werde den US-Präsidenten weiter unterstützen, aber das Weiße Haus verlassen. Wohin sie versetzt wurde, war zunächst unklar.

Das Zittern im Weißen Haus geht weiter

Melania Trump hält sich mit öffentlichen Stellungnahmen üblicherweise sehr zurück, noch dazu mit Äußerungen politischer Art. Dass sie noch dazu offensiv die Entlassung einer hochrangigen Regierungsvertreterin verlangte, ließ umso mehr aufhorchen.

Und erst recht sorgt für Aufruhr, dass ihre Aufforderung nun unmittelbar Konsequenzen hat. Derzeit müssen mehrere hochrangige Regierungsvertreter um ihre Jobs bangen. US-Präsident Trump hatte erst vor wenigen Tagen, kurz nach den US-Kongresswahlen, seinen Justizminister Jeff Sessions aus dem Amt gedrängt. US-Medien zufolge gelten als weitere Wackelkandidaten innerhalb der Regierung derzeit vor allem Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly.

mak/fw (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt