Trump beim Stuhlgang - Kassenschlager der Souvenirshops | Deutsch-jüdisches Kulturerbe in den USA | DW | 19.01.2019
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Zwei Jahre Donald Trump

Trump beim Stuhlgang - Kassenschlager der Souvenirshops

Seit zwei Jahren ist Trump US-Präsident. Als Mitbringsel verkauft er sich gut - vor allem, wenn er wenig schmeichelhaft dargestellt wird. Unsere Reporterin hat sich in einem Souvenirshop in Washington DC umgeschaut.

USA Donald Trump Toilettenpapier in Berkeley (Imago/ZUMA Press/R. Merry)

Beliebt vor allem bei Touristen: Trump-Klopapier

"Ist einer unser Bestseller", sagt Debra, während sie die kleine Schaumstoff-Figur hochhebt. "Ich persönlich finde den ja echt ein bisschen daneben". Es ist ein Schlüsselanhänger vom US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, wie er sich hinhockt - die Hose herunter gezogen. Übt man sanften Druck auf die Schaumstoff-Hüfte des Präsidenten aus, schiebt sich langsam eine glitschige braune Gelmasse aus dem Hintern des Schlüsselanhänger-Trumps. Gestatten, die "Donald Trump Pooping Key Chain".

Debra arbeitet im Washington Welcome Center, einem riesigen, luftigen Souvenirshop in Washington DC, ganz in der Nähe des Weißen Hauses. Die amerikanische Flagge ist allgegenwärtig, die Waren hier glitzern und blinken, sind kitschig und sicher völlig nutzlos, ein Souvenirshop eben.

Bildergalerie Trump im Souvenir Shop (DW/L. von Hammerstein)

Ein Bestseller: Die Donald Trump Pooping Key Chain

Zwei Jahre ist sie her, die Amtseinführung von Donald Trump, an der deutlich weniger Menschen teilnahmen als noch bei seinem Amtsvorgänger Barack Obama. Das Weiße Haus behauptete damals das Gegenteil - die Phrase "Alternative Fakten" wurde geboren, wir erinnern uns.

Exportschlager Trump-Klopapier

"Noch nie haben wir so viele verschiedene Produkte verkauft", erzählt Michelle, sie ist die Managerin des Geschäftes. Auch von Obama hat sie schon Souvenirs verkauft, "aber das war eine komplett andere Ära". Unter Obama ging es eher um klassisches Merchandising - viele Sweatshirts, T-Shirts, auch ein paar Tassen, vielleicht mal ein Kalender. Aber nicht so einen wie er jetzt von Trump zu kaufen ist - dieser zählt die Tage bis zum Ende seiner Amtszeit. Obama-Kalender waren ganz normale, geradezu nützliche Gegenstände.

Im Washingtoner Souvenirshop hat Trump eine ganz neue Produktvielfalt bewirkt, wenn auch eher unfreiwillig. Viele der Mitbringsel machen sich lustig über die Marotten des Präsidenten oder sein Äußeres: seine unverkennbare Haarlocke, seine kleinen Hände, das ständige und provokative Getwittere ohne viel Substanz. Dies mache 90% der Dinge aus, die Touristen in ihrem Laden kaufen würden, erzählt Michelle.

Für Fans wie Gegner was dabei

Das Konterfei des US-Präsidenten auf Klopapier, das Warten auf Trumps Abtritt als Ware, die sich vermarkten lässt. Man könnte fast meinen, die Amerikaner hätten den Respekt vor ihrem Präsidenten verloren. Michelle hat da kein Mitleid.

"Er hat Migranten als Affen bezeichnet, sie entmenschlicht. So viele seiner Anhänger in unserem Land sind Rassisten". Auch die, die Souvenirs in ihrem Laden kaufen, die eine 'MAKE AMERICA GREAT AGAIN'-Tasse in Rot-Weiß wieder zurück nach Hause mitnehmen. "Damit zeigst du dich ja einverstanden mit seiner Politik". Und davon gäbe es nicht wenige, ganze Schulklassen würden angekarrt, um sich hier á la Trump einzudecken.

Ob 'MAKE AMERICA GREAT AGAIN'-Baseballkappe oder Antistress-Ball mit dem Konterfei Trumps: das gegensätzliche Souvenirangebot ist ein Symbol für das gespaltene Land. Seine Fans bedient der Präsident seit zwei Jahren mit dem Einlösen von Wahlversprechen: einem gekündigten Atomabkommen, dem Rückzug aus Syrien, seinem Festhalten an einer Grenzmauer nach Mexiko.

Doch der Widerstand wächst. Die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben die Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November verloren, nur 39% der Amerikaner finden einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup zufolge noch gut, was der Präsident macht. 

"Ich versuche, mich nicht mehr über ihn aufzuregen", sagt Michelle. "Was hab ich davon? Man wird nur wütend und kriegt am Ende noch Bluthochdruck oder einen Herzinfarkt. Und er? Sitzt weiterhin im Weißen Haus und regiert das Land."

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