Tote und Verletzte nach Explosion eines Waffenlagers in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 12.08.2018
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Syrien-Konflikt

Tote und Verletzte nach Explosion eines Waffenlagers in Syrien

Detonation mit verheerenden Folgen: Bei einer Explosion in der syrischen Provinz Idlib kamen über 30 Menschen ums Leben - unter ihnen sind viele Kinder. Es wird vermutet, dass noch zahlreiche Opfer verschüttet sind.

Die Explosion war so heftig, dass auch zwei Nachbarhäuser einstürtzten. Offenbar hatten Aufständische in dem Gebäude in Samarda Waffen und Munition gelagert - mitten in einem Wohngebiet. Nach Angaben von Aktivisten mindestens 39 Menschen getötet worden. Weitere Opfer werden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte noch unter den Trümmern vermutet. Zwei angrenzende Häuser stürzten ein. Rettungskräfte der Weißhelme, die in den syrischen Rebellengebieten Erste Hilfe leisten, suchten nach Überlebenden. Ein Aktivist der Weißhelme sagte, unter den Toten seien mehrere Kinder. Es seien auch mehrere Überlebende aus den Trümmern gerettet worden - aber vermutlich gibt es weitere Opfer. 

Aus Kreisen des Zivilschutzes der Provinz Idlib hieß es, ein Waffenhändler des islamistischen Rebellenbündnisses Haiat Tahrir al-Scham (HTS) habe in einem der Wohnhäuser das Lager unterhalten. 

Familienangehörige der Rebellen

Bei der Explosion wurden nach Angaben der Aktivisten vor allem Familienangehörige von HTS-Kämpfern getötet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von Augenzeugen vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Syrien Idlib Explosion eines Waffenlagers (Foto: picture-alliance/dpa)

Einsatzkräfte der Weißhelme sind in Idlib im Einsatz

Wie es zu der Explosion in Sarmada im Norden von Idlib kommen konnte, ist laut Beobachtungsstelle zunächst unklar. Die HTS, die von dem früheren syrischen Al-Kaida-Ableger dominiert wird, kontrolliert einen Großteil der Provinz Idlib. Die Provinz Idlib ist eine der letzten Regionen in Syrien, die unter Kontrolle von Aufständischen stehen.

Offensive auf Idlib? 

Nach der Eroberung der meisten Rebellengebiete im Süden Syriens hatte die syrische Armee mit Angriffen auf Idlib an der Grenze zur Türkei begonnen. Zuletzt gab es dort vermehrt Luftangriffe syrischer und russischer Kampfjets. Syrische Flugzeuge warfen zudem Flugblätter ab, in denen die Bewohner zur Kapitulation aufgefordert wurden.

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef leben allein mehr als eine Million Kinder in der Provinz Idlib. Viele Zivilisten seien aufgrund des Bürgerkrieges in der Vergangenheit in die Region geflohen. Unicef warnt vor den Folgen einer eskalierenden Militäroperation in der Provinz.

sam/AR (afp, dpa)