Tote bei Angriff auf Kirche nahe Kairo | Aktuell Nahost | DW | 29.12.2017
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Ägypten

Tote bei Angriff auf Kirche nahe Kairo

In Ägypten hat ein bewaffneter Mann nahe einer Kirche südlich von Kairo mehrere Menschen getötet. Offenbar konnten ihn Sicherheitskräfte daran hindern, das Gebäude zu stürmen.

Ägypten Helwan Anschlag auf Mar Mina Kirche (Reuters/A. Abdallah Dalsh)

Die Mar-Mina-Kirche in Helwan nach dem Anschlag

Vor einer Kirche südlich von Kairo hat ein Mann das Feuer eröffnet und mindestens sieben Menschen getötet. Dies erklärten Sicherheits- und Rettungskräfte. Unter den Toten in dem rund 25 Kilometer von der ägyptischen Hauptstadt entfernten Ort Helwan sollen auch drei Polizisten sein.

Laut Polizei verletzte der Angreifer zudem fünf Sicherheitskräfte, als er versuchte, die Kirche zu stürmen. Der Mann wurde nach jüngsten Angaben von Polizisten gefasst. Bei seiner Festnahme hatte er ein Sturmgewehr, 150 Schuss Munition und eine Bombe bei sich. Diese habe er in der Kirche zünden wollen. Vor der Attacke auf die Kirche hatte der Mann bereits auf einen Laden in der Stadt geschossen und dabei zwei Menschen getötet. Das Geschäft gehörte nach Angaben der koptisch-orthodoxen Kirche einem Kopten. Auch die beiden Opfer seien Christen.

Suche nach zweitem Angreifer

Zuvor hatte es geheißen, der Angreifer sei erschossen worden. Nach ersten Behördenangaben wurde nach einem möglichen zweiten Angreifer gefahndet, der geflüchtet sein könnte. Später sprach das Innenministerium aber nur noch von einem Attentäter.

In sozialen Medien waren Fotos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Ein Video, das lokale Nachrichtenseiten im Internet teilten, zeigt einen Mann, der gefesselt und durch mehrere Schüsse verletzt auf einer Straße liegt, während Sicherheitskräfte umherlaufen. Es soll den mutmaßlichen Angreifer zeigen. 

Zu dem Angriff auf die Kirche bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" ohne Einzelheiten zu nennen. Die Dschihadisten veröffentlichten eine entsprechende Erklärung über die ihr nahe stehende Amaq-Agentur.

Sechs Soldaten getötet

In der nordägyptischen Unruhe-Provinz Sinai waren am Vortag bei einer Razzia gegen mutmaßliche Terroristen sechs Soldaten durch eine Explosion getötet worden. Nach Angaben eines Armeesprechers wurde das Fahrzeug, in dem die Soldaten unterwegs waren, durch einen Sprengsatz zerstört.  Bei einem weiteren Einsatz seien drei Dschihadisten getötet worden, teilte der Armeesprecher weiter mit. Sie seien im Besitz von Waffen, Munition und Sprengsätzen gewesen. Auch vier Fahrzeuge der Dschihadisten seien zerstört worden.

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Ägypten - Christen im Fadenkreuz (25.12.2017)

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 durch das ägyptische Militär haben extremistische Gruppierungen ihre Angriffe verstärkt. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet. Besonders gefährlich ist die Lage auf der Sinai-Halbinsel.

Insbesondere Christen stehen im Visier radikaler Islamisten. Ende Mai wurden bei dem Anschlag auf eine Reisegruppe 29 koptische Christen getötet. Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die meisten Ägypter sind sunnitische Muslime. Die koptischen Christen machen etwa zehn Prozent der 93 Millionen Ägypter aus und sind die größte religiöse Minderheit in dem Land.

stu/jj/sti (afp, dpa)
 

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