Timo Horn wird zur tragischen Figur | Fußball | DW | 04.03.2018
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Bundesliga

Timo Horn wird zur tragischen Figur

Im Spiel gegen Stuttgart unterläuft dem Kölner Torhüter ein entscheidender Fehler. Eigentlich ist er der Mann, an dem sich seine Mitspieler aufrichten. Doch wegen Horns Patzer nähert sich der FC weiter dem Abstieg.

Timo Horn war untröstlich. Der Torwart des 1. FC Köln schlug die Hände vors Gesicht und sackte wie vom Blitz getroffen zu Boden. Als die bittere 2:3 (1:2)-Pleite gegen den VfB Stuttgart feststand, blieb er einige Zeit auf dem Rasen liegen. Dann kam ausgerechnet Mario Gomez, der ihn böse überrascht und zur tragischen Figur des Spiels gemacht hatte, und half dem Keeper des Tabellenletzten auf die Füße.

Horn: "Ich suche keine Ausreden"

Rund eine Stunde zuvor hatte Horn bei einer Aktion von Gomez gepatzt, bei der der Stuttgarter Torjäger wohl selbst nicht genau hätte sagen können, ob es ein Schuss war oder eine Flanke sein sollte. Wenige Sekunden nachdem Gomez den 1:1-Ausgleich erzielt hatte, löffelte er den Ball im Fallen noch einmal nach innen, die Kugel sprang vor dem nach unten hechtenden Horn auf und der Kölner Torhüter griff daneben. Der Ball war im Tor: 2:1 für den VfB, Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit, in der eigentlich der FC klar den Ton angegeben hatte.

Bundesliga 1. FC Köln v VfB Stuttgart - (Getty Images/Bongarts/C. Koepsel)

Zu blöd! Timo Horn verpasst den eigentlich harmlosen Aufsetzer von Mario Gomez und es steht 2:1 für den VfB

"Ich glaube, wir haben die beste erste Halbzeit der Saison gespielt. Und dann passiert so etwas. Ich weiß nicht, wann mir so ein Fehler das letzte Mal unterlaufen ist", sagte der deprimierte Horn nach dem Abpfiff bei Sky und ergänzte in aller Offenheit: "Ich suche bei solchen Fehlern keine Ausreden. Das tut mir unfassbar leid für die Mannschaft, den Trainer und unsere tollen Fans."

Trost von Zieler

Dass Horn auch beim vorentscheidenden 3:1 durch Andreas Beck (57.) nicht glücklich aussah, machte ihn endgültig zum Verlierer des Spiels, bei dem die Kölner eigentlich zum ersten Mal seit dem 2. Spieltag die Rote Laterne des Tabellenletzten hatten abgeben wollen. "Das kann einem Torwart mal passieren, zumal der Platz nicht ganz eben war", spendete VfB-Schlussmann Ron-Robert Zieler Trost. Gleich nach dem Abpfiff ging er über den Platz auf seinen Kollegen zu und sprach ihm Mut zu.

Horn kann es brauchen, vor allem auf ihn und seine Reflexe wird es ankommen, wenn der 1. FC Köln die Mammutaufgabe Klassenerhalt doch noch schaffen will. Eine Woche nach dem überraschenden Erfolg bei RB Leipzig bleiben die Kölner bei 17 Punkten. Der FSV Mainz 05 auf dem Relegationsrang und der VfL Wolfsburg auf dem rettenden 15. Platz sind acht Punkte entfernt. Bei nur noch neun verbleibenden Spielen scheint der sechste Abstieg der Kölner Vereinsgeschichte unausweichlich.

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