Tigray-Rebellen erobern UNESCO-Stätte Lalibela | Aktuell Afrika | DW | 05.08.2021
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Äthiopien

Tigray-Rebellen erobern UNESCO-Stätte Lalibela

Kämpfer der äthiopischen Unruheregion Tigray sind in der Nachbarregion Amhara weit vorgerückt. Sie nahmen die Welterbestätte Lalibela ein. Die USA mahnten, das kulturelle Erbe mit den Felsenkirchen zu respektieren.

Felsenkirche in Lalibela

Felsenkirche in Lalibela

Die in Lalibela im zwölften Jahrhundert in Fels gehauenen Kirchen gehören zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen (UN). Kämpfer der Rebellenorganisation TPLF (Tigray People's Liberation Front) rückten im Zuge ihrer Offensive in die Stadt ein und eroberten sie laut Augenzeugen-Berichten kampflos. Von den örtlichen Sicherheitskräften sei niemand zu sehen gewesen, hieß es. Einwohner berichteten, viele Menschen flüchteten aus der Stadt.

Blick auf Lalibela

Die Stadt Lalibela liegt auf einer Höhe von 2500 Metern

Lalibela, das auch als heilige Stätte für Millionen äthiopischer orthodoxer Christen gilt, liegt in der Region Amhara im Norden Äthiopiens. In den vergangenen Wochen hatten die TPLF-Rebellen aus Tigray ihren Vormarsch auf die beiden Nachbarregionen Amhara im Süden und Afar im Osten ausgeweitet. 250.000 Menschen sind vor den Gefechten auf der Flucht.

Orthodoxe unterirdische monolithische Kirche Bete Giyorgis

Auch diese Felsenkirche gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

Die US-Regierung rief die Tigray-Kämpfer dazu auf, das UNESCO-Weltkulturerbe in Lalibela zu schützen. Der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, appellierte zudem nochmals an die Konfliktparteien in Äthiopien, die Gewalt zu beenden und humanitären Zugang zur Region Tigray zu gewähren.

Video ansehen 00:17

USA: Welterbestätte schützen

Äthiopische Regierungstruppen hatten im November die in Tigray herrschende Gruppe TPLF angegriffen und sich über Wochen schwerste Gefechte mit den Kämpfern geliefert. Im Juni eroberten mit der TPLF verbündete Einheiten die Regionalhauptstadt Mekele und einen Großteil von Tigray zurück.

Aufgrund der Gefechte und bürokratischer Hürden gelangen nach UN-Angaben kaum Hilfsgüter in die umkämpften Region im Norden Äthiopiens. Rund 400.000 Menschen müssen hungern. 

se/fab (afp, rtr) 

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