Thyssenkrupp macht Verluste | Wirtschaft | DW | 09.08.2018
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Bilanzen

Thyssenkrupp macht Verluste

Nicht nur in der Führungsetage knirscht es – auch die Zahlen des Industriekonzerns stimmen alles andere als zuversichtlich. Im dritten Quartal verliert das Unternehmen Geld – verordnet sich aber einen strikten Sparkurs.

Unter dem Strich steht ein Verlust von 114 Millionen Euro im dritten Quartal. Über die letzten neun Monate gesehen war das Ergebnis mit 230 Millionen Euro aber noch positiv. Der Verlust sei hauptsächlich auf gestiegene Projektaufwendungen in der Industriesparte zurückzuführen, erklärte das Unternehmen. Das Volumen der Aufträge lag in den vergangenen drei Quartalen knapp unter dem Vorjahreszeitraum bei 31,1 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns mit seinen 160.000 Mitarbeitern war hingegen drei Prozent höher und kam auf 31,7 Milliarden Euro.

Der Interimschef Guido Kerkhoff hat dem kriselnden Konzern nun aber klare Ziele gesetzt "Wir müssen uns in all unseren Geschäften deutlich verbessern", sagte der Manager am Donnerstag. Jeder Sparte - ob Aufzüge, Autoteile, Werkstoffhandel oder U-Boote - verpasste er konkrete Renditevorgaben und auch einen Zeitraum, innerhalb dessen die Ziele erreicht werden müssen. Der 50-jährige Kerkhoff will auch die Kosten insbesondere in der Verwaltung weiter senken.

Historischer Umbruch mit ungewissem Ausgang

In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief appellierte Kerkhoff an die Beschäftigten, die Einschnitte durch die künftige strategische Ausrichtung des Konzerns befürchten: "Wir müssen uns darauf konzentrieren, alles für den Erfolg unseres Unternehmens zu tun. 'Thyssenkrupp im Umbruch' – so mag es sich für viele von Ihnen gerade anfühlen. Lassen Sie uns gemeinsam ein 'Thyssenkrupp im Aufbruch' daraus machen." Mit solchen Worten und den klaren Spartenzielen löst sich Kerkhoff von der Rolle des Chefs auf Abruf und setzt eigene Akzente.

Deutschland Essen Thyssenkrupp Zentrale (picture-alliance/dpa/M. Becker)

In der Zentrale in Essen ist viel im Umbruch

Thyssenkrupp ist durch die Rücktritte von Vorstandschef Heinrich Hiesingers und des Aufsichtsratschefs Ulrich Lehner in eine der größten Krisen seiner Geschichte gerutscht. Zuvor hatte sich Hiesinger mit den Investoren Cevian und Elliott wegen der Strategie des Konzerns überworfen. "Viele Mitarbeiter sind verunsichert", hießt es in Unternehmenskreisen. Kerkhoff machte aber klar, dass eine Abkehr von der Konglomeratsstruktur, wie es Investoren fordern, nicht geplant sei. Er habe vom Aufsichtsrat das Mandat erhalten, den bisherigen Weg bis auf Weiteres fortzusetzen - "mit allen Geschäften unter einem Dach".

nm/uh (dpa, rtr, afp)

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