Teenager wegen Bombendrohungen verurteilt | Aktuell Welt | DW | 28.06.2018
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Kriminalität

Teenager wegen Bombendrohungen verurteilt

Ein junger Israeli ist im Zusammenhang mit tausenden Bombendrohungen gegen Einrichtungen in mehreren Ländern verurteilt worden. Sicherheitsbehörden in den USA und in Europa hatten monatelang in dem Fall ermittelt.

USA FBI Logo in Washington (picture-alliance/dpa/EPA/M. Reynolds)

Auch das FBI in Washington war an den Ermittlungen gegen den jungen Israel beteiligt

Ein Gericht in Tel Aviv befand den 19-Jährigen, der nach Medienberichten auch einen amerikanischen Pass hat, unter anderem wegen Erpressung für schuldig. Von 2015 an bis zu seiner Festnahme im März 2017 habe er bei tausenden Gelegenheiten Einrichtungen weltweit am Telefon oder per Email sowie in Briefen bedroht, hieß es in dem Urteil.

Darunter seien jüdische Einrichtungen gewesen, die israelische Botschaft in Washington, Flughäfen, Schulen, Einkaufszentren sowie ein amerikanischer Senator. Der Mann hatte nach Angaben der israelischen Polizei Personen unter anderem in Australien, Neuseeland und den USA bedroht.

Dabei habe er habe mit Terrorakten, Mord, Sprengsätzen und Schießereien gedroht und gesagt, dass es viele Opfer geben werde. Bei seiner Festnahme hatte die Polizei zudem gesagt, in einem Fall habe ein Flugzeug wegen einer Bombendrohung des Teenagers notlanden müssen.

230.000 Euro in Bitcoin für Drohanrufe

Die Untersuchungen in Kooperation mit Sicherheitsbehörden in den USA, wie dem FBI, und Europa liefen über Monate. Wie das Gericht schrieb, benutzte der junge Mann für seine Taten das Internet sowie technisch hoch entwickelte Geräte, um zu verschleiern, von wo aus er Kontakt aufnimmt sowie um den Klang seiner Stimme zu verändern. Er habe zudem Drohanrufe für andere gegen Bezahlung im Internet angeboten. Dafür habe er Bitcoin-Zahlungen im Wert von umgerechnet rund 230.000 Euro erhalten.

Der Angeklagte habe mit deinen Taten Panik bei möglichst vielen Menschen auslösen wollen, hieß es in dem Urteil weiter. Er leide an Autismus, dies schütze ihn aber nicht vor Strafverfolgung. Allerdings werde der Israeli nur für Taten verurteilt, die er nach seinem 18. Geburtstag im August 2016 begangen habe. Die Identität des Mannes ist nicht bekannt. Über das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

hk/mak (dpa, afp)