Tausende verlassen Acapulco nach Sturm | Aktuell Amerika | DW | 18.09.2013
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Aktuell Amerika

Tausende verlassen Acapulco nach Sturm

Überschwemmungen und Erdrutsche haben in Mexiko mehr als 80 Todesopfer gefordert. Die abgeschnittene Touristen-Hochburg Acapulco wird über eine Luftbrücke versorgt. Der Zivilschutz spricht von einem nationalen Notstand.

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Nach dem Tropensturm in Mexiko

Hurrikan "Ingrid" und Tropensturm "Manuel" haben eine Schneise der Verwüstung durch Mexiko geschlagen. Flüsse sind über die Ufer getreten, Straßen durch Erdrutsche verschüttet und teilweise vollständig zerstört worden.

Unter den von der Außenwelt abgeschnittenen Landesteilen befindet sich auch das Urlaubszentrum Acapulco im Bundesstaat Guerrero an der Pazifikküste. Dort sitzen nach Schätzungen rund 40.000 Menschen fest. Die Streitkräfte richteten eine Luftbrücke ein, um Hilfsgüter in den Badeort zu bringen und Touristen auszufliegen. Luftwaffe und reguläre Fluggesellschaften brachten bislang bis zu 2800 Urlauber aus dem Badeort nach Mexiko-Stadt.

Menschen plündern Geschäfte

Die Lage in Acapulco wurde als "dramatisch" geschildert. Tausende Menschen in der Stadt plünderten Geschäfte, offenbar auch, weil sie anders nichts mehr zu essen bekommen konnten. Teile der Stadt sind von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, in Acapulco hielten sich nur sehr wenige Deutsche auf. Die deutsche Botschaft in Mexiko-Stadt habe Kontakt zu den bisher bekannten Deutschen im Katastrophengebiet und bemühe sich zugleich um weitere Erkenntnisse, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Das ganze Ausmaß der Zerstörungen wird nach dem Abzug der Unwetter immer deutlicher. Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf mindestens 80, wie örtliche Fernsehsender unter Berufung auf Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong meldeten. Auch in Veracruz an der Karibikküste und in den Bundesstaaten Hidalgo, Puebla, Oaxaca, Morelos und Coahuila kamen Menschen ums Leben.

Stürme nehmen das Land "in die Zange"

Nach Schätzungen der Behörden bekamen rund 80 Prozent des Landes mehr oder weniger drastisch die Auswirkungen der beiden Unwetter zu spüren. In den am stärkten betroffenen Gebieten kam das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, sprach von einem nationalen Notstand.

Touristen laufen durch verstreutesTreibgut am Strand von Acapulco. (Foto: REUTERS/Jacobo Garcia)

Müll und Geröll wurden am Strand von Acapulco angeschwemmt.

Die Tropenstürme hatten Mexiko regelrecht in die Zange genommen. Am Montag traf "Ingrid" im Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten Mexikos auf Land. Bereits am Sonntag hatte "Manuel" in Colima die Pazifikküste erreicht und dort rund 11.000 Gebäude schwer beschädigt. Anschließend zog er an der Küste von Sinaloa entlang in Richtung Baja California im Nordwesten des Landes.

Mit einer Auflösung der Unwetterwolken rechneten die Experten erst zum Ende der Woche. Auch an der Golfküste Mexikos und auf der Halbinsel Yucatán sorgten die Reste von Hurrikan "Ingrid" weiter für heftige Regenfälle und Sturmböen.

Schäden gehen in die Millionen

Der wirtschaftliche Schaden dürfte immens sein. Allein in Guerrero liege er bei rund fünf Milliarden Peso (290 Millionen Euro), sagte Gouverneur Ángel Aguirre unter Berufung auf erste vorsichtige Schätzungen. Präsident Enrique Peña Nieto reiste bereits zum zweiten Mal in die Katastrophengebiete.

Landesweit mussten mehr als 39.000 Menschen ihre Häuser verlassen und Schutz in Notunterkünften suchen. 23.000 Häuser, vor allem in den Außenbezirken Acapulcos, sollen ohne Wasser und Strom sein.

de/wl (dpa/afp/ape)

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