Tausende nehmen Abschied von George Floyd | Aktuell Amerika | DW | 09.06.2020
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Tod nach Polizeigewalt

Tausende nehmen Abschied von George Floyd

Nach einer Welle von Anti-Rassismus-Protesten richteten die USA ihren Blick auf die Beerdigung von George Floyd. Houston wurde zur Pilgerstätte. Und Präsidentschaftskandidat Joe Biden traf an Rande Floyds Familie.

Video ansehen 02:45

Vielfältige Ursachen für Gewaltbereitschaft der US-Polizei

Der bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd ist im engen Kreis der Familie in der Nähe seiner texanischen Heimatstadt beigesetzt worden. Der Familienvater, der in Houston aufgewachsen war und dort die meiste Zeit seines Lebens verbracht hatte, liegt nun an der Seite seiner 2018 verstorbenen Mutter Larcenia auf einem Friedhof in der Nachbarstadt Pearland. 

Der Leichenwagen war von der Polizei eskortiert worden. Auf der letzten Meile wurde der Sarg in einer weißen Pferdekutsche transportiert. Zwei weitere Kutschen folgten. 

"Wir feiern sein Leben" 

Zuvor kamen in der Kirche "Fountain of Praise" 500 geladene Gäste zu einem emotionalen Trauergottesdienst zusammen - Angehörige, Freunde, Politiker und Prominente wie der Rapper Paul Wall und der Boxer Floyd Mayweather. Viele der Gäste erschienen in weißer Kleidung. 

"Wir feiern sein Leben", sagte Pastor Remus Wright. Co-Pastorin Mia Wright fügte hinzu: "Wir können weinen, wir können trauern, wir werden Trost finden und wir werden Hoffnung finden." 

USA Houston | Beerdigung von George Floyd (picture-alliance/AP Photo/D. J. Phillip)

Angehörige und Freunde beim Trauergottesdienst

Biden: Rassenungerechtigkeit muss ein Ende haben

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, wurde mit einer Videobotschaft während des Trauergottesdienstes zugeschaltet. Es sei jetzt an der Zeit, "die Rassenungerechtigkeit in Amerika" zu beenden, sagte er. Zu viele Schwarze in den USA "wachen auf und wissen, dass sie ihr Leben verlieren können, indem sie einfach ihr Leben leben", sagte in seiner emotionalen Rede unter dem Applaus der Trauergäste. Biden war am Montag in Houston mit Angehörigen Floyds zusammengetroffen. In Washington gedachten die oppositionellen Demokraten im Kongress Floyd mit einem Kniefall.

Seit Montag pilgerten tausende Menschen zu dem Gotteshaus, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Bei brütender Hitze standen mehr als 6000 Menschen vor der Kirche an, in der der Sarg der neuen Symbolfigur der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung aufgebahrt worden war. Vor ihm verharrten die Trauernden; einige bekreuzigten sich, knieten nieder, hielten in einem stillen Gebet inne oder ballten die Faust.

Floyd war am 25. Mai nach einem Polizeieinsatz gestorben. Ein weißer Beamte drückte ihm fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft. Am Montag wurde der wegen Mordes zweiten Grades angeklagte Polizist erstmals vor Gericht angehört. Der Richter setzte die Kaution für eine Freilassung des 44-Jährigen mit einer Million Dollar unter Bedingungen fest. Bei einer Verurteilung drohen Chauvin 40 Jahre Haft.

Floyds Tod hat in den USA und weltweit zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. Landesweit rückte die Forderung nach tiefgreifenden Reformen im Polizei- und Justizsystem zunehmend in den Vordergrund.

sam/se (afp, dpa, ap, rtr)

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