Taliban: Friedensgespräche mit USA kurz vor Abschluss | Aktuell Welt | DW | 18.01.2020
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Afghanistan

Taliban: Friedensgespräche mit USA kurz vor Abschluss

Die radikalislamischen Taliban sehen gute Chancen auf den Abschluss eines Friedensabkommens mit den USA noch in diesem Monat. Die Vereinbarung gilt als Voraussetzung für den Beginn des eigentlichen Friedensprozesses.

Verhandlungsdelegation der Taliban (im Mai in Moskau)

Verhandlungsdelegation der Taliban (im Mai in Moskau)

Der Taliban-Sprecher Suhail Schahin ist nach eigenem Bekunden "optimistisch", dass bis Ende Januar ein Abkommen erzielt werden kann, das den US-Truppenabzug aus Afghanistan regelt. Demnach sind die Taliban auch zu einer Reduzierung der Gewalt im Vorfeld der Unterzeichnung des Abkommens bereit.

 "Wir haben vereinbart, die militärischen Aktivitäten in den Tagen vor der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit den USA zu reduzieren", sagte Schahin der pakistanischen Zeitung "Dawn". Dies gelte auch für Anschläge auf afghanische Regierungstruppen. Der Abschluss der Vereinbarung sei eine "Frage von Tagen".

Taliban-Sprecher Suhail Schahin

Taliban-Sprecher Suhail Schahin

Schahins Äußerungen erfolgten wenige Tage nach Verhandlungen zwischen den Taliban und den USA in Doha, bei denen die radikalislamische Miliz nach eigenen Angaben eine kurze Waffenruhe vorgeschlagen hatte. Zuletzt hatten die USA offenbar ihre Forderung nach einem Waffenstillstand auf eine Verringerung der Gewalt reduziert. Dies machte Washington zur Bedingung für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen. Einen umfassenden Waffenstillstand lehnen die Taliban bisher weiter ab. 

Taliban-Kämpfer in Herat (Archivbild)

Taliban-Kämpfer in Herat (Archivbild)

Bei den USA-Taliban-Gesprächen geht es vor allem um einen Zeitplan des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" bekämpfen und dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden.

US-Soldaten im Juni in der Provinz Wardak

US-Soldaten im Juni in der Provinz Wardak

Ein Friedensabkommen zwischen den USA und den Taliban gilt als wichtiger Vorläufer für direkte Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und der Miliz. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als "Marionette" des Westens betrachten.

Die USA und Vertreter der Taliban hatten Anfang Dezember Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts nach einem Abbruch im September wiederaufgenommen. Wenige Tage später hieß es nach einem Taliban-Anschlag auf den US-Militärstützpunkt Bagram nördlich von Kabul, in den Gesprächen werde eine Pause eingelegt, damit die Taliban über US-Forderungen, die Gewalt zu reduzieren, beraten könnten.

stu/uh (afp, dpa, rtr)

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