Tagebau-Koloss auf Wanderschaft | Aktuell Deutschland | DW | 22.04.2018
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Garzweiler II

Tagebau-Koloss auf Wanderschaft

Spektakulärer Umzug im rheinischen Braunkohlerevier: Ein riesiges Arbeitsgerät aus dem Tagebau Garzweiler musste von der westlichen in die östliche Hälfte des Tagebaus - über eine Autobahn hinweg!

Der 2500 Tonnen schwere Absetzer soll in den kommenden Jahren den ausgekohlten Teil südlich der nordrhein-westfälischen Gemeinde Jüchen verfüllen. Auf seinem Weg dorthin überquerte der Koloss am Sonntag einen neu gebauten, aber noch nicht freigegebenen Streckenabschnitt der Autobahn 44 - im Schneckentempo von vier bis acht Metern pro Minute, wie der Tagebaubetreiber RWE Power mitteilte. Damit der Asphalt der neuen Autobahn unter dem 141 Meter langen Gerät keinen Schaden nahm, wurde sie auf rund 50 Metern Breite mit einer Kiesschicht abgedeckt.

Riesiges Loch 

Mit seinem 90 Meter langen, schwenkbaren Ausleger kann der Absetzer täglich 130.000 Kubikmeter Abraum, den Bagger an anderer Stelle abgetragen haben, punktgenau an die richtige Stelle kippen. Das sogenannte Restloch ist rund zehn Quadratkilometer groß. Es soll bis Mitte der 2020er Jahre weitgehend verfüllt sein. Daran arbeiten - neben dem jetzt umgezogenen Absetzer - zwei weitere dieser Kolosse. RWE Power investiert nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in die Verlagerung und den Neubau von Betriebsanlagen zur Verfüllung des Restlochs.

Abriss des Immerather Doms (picture-alliance/dpa/F. Gambarini)

Ende eines Kulturdenkmals: Abriss des Immerather Doms

Der Tagebau ist in Deutschland höchst umstritten, Kritiker verweisen insbesondere auf die dafür erforderliche Umsiedlung etlicher Orte und die damit einhergehende Zerstörung von Kulturdenkmälern. Erst im Januar dieses Jahres war der "Immerather Dom" abgerissen worden. In den kommenden Jahren sollen zudem noch die Orte Keyenburg, Berverath, Kuckum und Westrich umgesiedelt werden.

wa/jv (dpa, epd)

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