Türkischer Soldat in Nordsyrien getötet | Aktuell Nahost | DW | 20.10.2019
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Nahost

Türkischer Soldat in Nordsyrien getötet

Eigentlich sollte in Nordsyrien nach der türkischen Offensive ein Waffenstillstand bis Dienstag gelten. Doch dieser wird offenbar nicht gehalten. Die Parteien beschuldigen sich gegenseitig. Nun gibt es erste Todesopfer.

Im Nordosten Syriens ist nach Angaben der Türkei ein türkischer Soldat getötet worden. Trotz der geltenden Feuerpause habe es in der Grenzstadt Tal Abjad einen Angriff der Kurden-Miliz YPG gegeben, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Dabei sei ein weiterer Soldat verletzt worden. Die YPG habe während eines Aufklärungseinsatzes des türkischen Militärs in Tal Abjad angegriffen. Die Türkei habe die Attacke erwidert, fühle sich aber weiterhin der vereinbarten Waffenruhe verpflichtet.

Waffenruhe immer wieder gebrochen

Die Türkei und die kurdischen Milizen hatten sich bereits am Samstag gegenseitig vorgeworfen, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) beschuldigten Ankara, die vereinbarte Waffenruhe nicht einzuhalten und den Abzug ihrer Kämpfer aus der Stadt Ras al-Ain zu blockieren.

Die Türkei wies dies zurück und warf den kurdischen Volksverteidigungseinheiten ihrerseits zahlreiche Angriffe vor. Das türkische Verteidigungsministerium sprach von 20 Angriffen.

Unterschiedliche Auffassungen über "Sicherheitszone"

Die USA und die Türkei hatten sich am Donnerstag auf Schritte geeinigt, die zu einer Beruhigung der Lage im syrischen Grenzgebiet zur Türkei sorgen soll. US-Vizepräsident Mike Pence hatte nach langen Verhandlungen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstagabend eine Vereinbarung über eine fünftägige Waffenruhe für Nordsyrien verkündet. Sie soll den YPG-Kämpfern den Abzug aus einer geplanten "Sicherheitszone" an der türkischen Grenze erlauben. Allerdings herrscht keine Einigkeit über das genaue Ausmaß dieser Pufferzone.

Karte Nord-Syrien DE

Erdogan will die "Sicherheitszone" mit einer Tiefe von 30 Kilometern und einer Länge über 444 Kilometern bis an die irakische Grenze installieren. Aus dieser soll sich auch nach seinem Willen die Kurdischen Kämpfer zurückziehen. Die SDF haben aber nur einer Waffenruhe für die 120 Kilometer zwischen den Grenzstädten Ras al-Ain und Tal Abjad zugestimmt, auf die sich die türkische Offensive konzentriert hat.

Trump ordnete Abzug der US-Truppen an

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit der Entscheidung für einen Rückzug amerikanischer Truppen aus der Region den Weg für eine türkische Offensive im Nordosten Syriens geebnet. Die Türkei will dort eine sogenannte Sicherheitszone schaffen, aus der sich die YPG zurückziehen soll. Die Regierung in Ankara stuft die Kurden-Miliz als Terrororganisation ein.

Die YPG-Kämpfer waren der wichtigste Verbündete der USA im Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat in Syrien. Viele US-Politiker werfen Trump vor, die Verbündeten im Stich gelassen zu haben. Eine Stellungnahme der YPG zu dem jüngsten Vorfall in Tal Abjad lag zunächst nicht vor.

Syrien Krieg Grenze Türkei | Abzug US-Truppen in Sheikhan, Irak (Getty Images/B. Smith)

Die US-Truppen auf dem Weg in den Irak

US-Truppen sollen im Irak gegen IS kämpfen

Unterdessen gab US-Verteidigungsminister Mark Esper bekannt, dass die aus Syrien abrückenden US-Truppen im Westen des Irak eingesetzt werden. Dort sollten die rund 1000 Soldaten den Feldzug gegen den "Islamischen Staat" fortsetzen. Der Truppenabzug laufe zügig weiter, er werde "Wochen, nicht Tage" dauern.

as/jv (rtr, afp, ape)