Türkische Justiz bringt weitere Journalisten hinter Gitter | Aktuell Europa | DW | 08.03.2018
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Pressefreiheit

Türkische Justiz bringt weitere Journalisten hinter Gitter

Die Repressalien gegen Reporter in der Türkei gelten nicht nur der Zeitung "Cumhuriyet", auch andere Medien sind betroffen. Ein Massenprozess gegen Mitarbeiter Gülen-naher Medien macht das allzu deutlich.

Insgesamt 25 Journalisten wurden verurteilt. Sie erhielten Haftstrafen von bis zu siebeneinhalb Jahren. 23 von ihnen wird "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe" vorgeworfen. Auch die beiden Journalisten Atilla Tas und Murat Aksoy sehen sich diesem Vorwurf ausgesetzt - sie bleiben allerdings nach Meldungen der Nachrichtenagentur Dogan bis zu ihrem Berufungsprozess auf freiem Fuß.

Haft, Freilassung, neuer Prozess

In dem Prozess waren insgesamt 29 Menschen angeklagt, darunter die frühere Redakteurin der Gülen-nahen Zeitung "Zaman", Hanim Büsra Erdal. Die Regierung macht die Gülen-Bewegung für den versuchten Militärputsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Der in den USA lebende Prediger Fetullah Gülen weist die Vowürfe zurück.

Tas und Aksoy hatten ebenfalls für Gülen-nahe Medien gearbeitet, bestreiten aber jede Verwicklung in den Putschversuch. Ein Gericht hatte sie Ende Oktober nach mehr als 400 Tagen in Haft unter Auflagen freigelassen, doch ging das Verfahren gegen sie dann weiter.

Seit dem Putschversuch geht Präsident Recep Tayyip Erdogan mit harter Hand gegen Gegner und Kritiker vor. Mehr als 50.000 Menschen wurden festgenommen, unter ihnen sind viele Journalisten. An diesem Freitag soll in Istanbul der Prozess gegen 17 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" fortgesetzt werden. Das Verfahren wird international scharf kritisiert und gilt als Testfall für die Pressefreiheit in der Türkei.

haz/jj (afp, dpa)