Türkei weist Macrons Gedenktag-Plan zurück | Aktuell Europa | DW | 06.02.2019
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Völkermord an Armeniern

Türkei weist Macrons Gedenktag-Plan zurück

Die Türkei hat die Pläne Frankreichs scharf kritisiert, einen Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern einzuführen. Jeder Versuch, die historischen Ereignisse zu politisieren, sei nicht akzeptabel.

Die Türkei verurteile den Versuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, "historische Ereignisse zu einer politischen Frage" zu machen, erklärte der Sprecher von Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Die Behauptung eines sogenannten Genozids an den Armeniern sei eine "politische Lüge", die jeder "rechtlichen Grundlage" entbehre und der "historischen Realität" widerspreche, sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin. "Niemand kann unsere Geschichte beschmutzen."

Präsident Macron hatte am Dienstagabend bei einem Treffen mit Mitgliedern der armenischen Gemeinde in Paris angekündigt, den 24. April, den Tag, an dem die Armenier weltweit der Massaker gedenken, fortan als nationalen Gedenktag auch in Frankreich zu begehen.

"Frankreich schaut der Geschichte ins Gesicht", erklärte Macron dazu. Er habe Präsident Erdogan zuvor über den Schritt informiert. Zugleich betonte der französische Staatschef, dass er den Dialog mit der Türkei aufrechterhalten wolle.

Armenien Völkermord ARCHIV (Auswärtiges Amt)

Armenier im Jahr 1915 auf der Flucht vor den Truppen des Osmanischen Reichs

Frankreich war einer der ersten Staaten, der die Gräueltaten an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich offiziell als Völkermord anerkannte. Während des Ersten Weltkrieges waren Armenier systematisch verfolgt worden. Schätzungen zufolge kamen 1915/1916 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben.

Rechtlich ist die Türkei der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. Forderungen aus anderen Staaten, die Gräueltaten an den Armeniern als Genozid einzustufen, hat die Türkei immer wieder abgelehnt.

Die Türkei erkennt zwar an, dass zahlreiche Armenier während des Ersten Weltkrieges getötet wurden. Dass es sich dabei um einen systematischen Völkermord handelte, für den die Regierung des Osmanischen Reiches verantwortlich war, bestreitet sie aber.

qu/wa (afp, dpa)

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