Türkei verstärkt Truppen in syrischer Rebellenprovinz Idlib | Aktuell Nahost | DW | 08.02.2020
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Syrienkonflikt

Türkei verstärkt Truppen in syrischer Rebellenprovinz Idlib

Im Zuge der Spannungen im Nordwesten Syriens verstärkt die Türkei ihre militärischen Truppen in dem Rebellengebiet Idlib und schickt gepanzerte Fahrzeuge und Waffen. Auch die syrische Armee ist weiter auf dem Vormarsch.

In den vergangenen 24 Stunden seien 430 militärische Fahrzeuge über die gemeinsame Ländergrenze gebracht worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass 500 Fahrzeuge an die syrische Grenze gebracht worden seien, darunter gepanzerte Fahrzeuge und Waffen.

Die islamistischen Rebellen in Syrien geraten immer mehr in die Defensive. Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad nahmen nach eigenen Angaben in der umkämpften Provinz Idlib die wichtige Stadt Sarakeb ein. Im Staatsfernsehen waren Bilder der nach wochenlanger Bombardierung menschenleeren Straßen Sarakebs zu sehen. Nun würden dort die Regierungssoldaten Sprengsätze und Landminen räumen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

Über 500.000 Menschen auf der Flucht

Idlib ist die letzte Hochburg islamistischer Rebellen in Syrien. Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Die Türkei drohte Damaskus für den Fall eines erneuten Angriffs auf türkische Stellungen mit Vergeltung. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unterstützt im fast seit neun Jahren anhaltenden Syrien-Konflikt aufständische Kräfte. Assads Verbündeter ist Russland. Die neue Offensive hat die Spannungen zwischen den Regierungen in Ankara und Moskau verschärft. Russische Streitkräfte flogen derweil nach Angaben der Aktivisten erneut Luftangriffe auf die Rebellen, insbesondere im Westen der Provinz Aleppo.

Syrien Flüchtlingskonvoi bei Sarmada in der Provinz Idlib (Foto: Reuters/K. Ashawi)

Die Menschen bringen sich und ihr wichtigstes Hab und Gut in Sicherheit

Nach den intensiven Luftangriffen der vergangenen Wochen liegen ganze Städte in Idlib verlassen da. Mehr als eine halbe Million Menschen sind nach Angaben des Nothilfebüros der Vereinten Nationen (OCHA) seit Anfang Dezember auf der Flucht.

Kampf um die Autobahn

Sarakeb liegt an der Kreuzung der beiden wichtigsten Autobahnen des Landes. Die M5 verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo, während die M4 Aleppo an die Küstenstadt Latakia anbindet. Die Regierung will die Autobahnen zurückerobern, um die seit dem Kriegsbeginn vor neun Jahren zusammengebrochene Wirtschaft wiederzubeleben.

Am Freitag meldeten Aktivisten, dass die Regierungstruppen den gesamten Abschnitt der M5 in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes eingenommen hätten. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, fehlt den Regierungstruppen nur noch ein 30 Kilometer langer Streckenabschnitt der M5 in der Nachbarprovinz Aleppo, bevor sie die gesamte Autobahn kontrollieren. Auch fast die Hälfte der Provinz Idlib steht demnach unter der Kontrolle von Assads Truppen. Ende Januar hatten sie bereits die zweitgrößte Stadt der Provinz, Maaret al-Numan, erobert.

sam/kle (afp, dpa)

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