Türkei ratifiziert Pariser Klimaschutzabkommen | Aktuell Welt | DW | 07.10.2021
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Klimakrise

Türkei ratifiziert Pariser Klimaschutzabkommen

Das Klimaabkommen von Paris ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Klimakrise. Nun hat die Türkei als letztes G20-Mitglied den Vertrag endgültig angenommen - und gleichzeitig Bedingungen daran geknüpft.

UN-Vollversammlung in New York | Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im September vor der UN-Vollversammlung in New York

Als letztes Mitglied der G20-Gruppe, die aus 19 Industrieländern und der EU besteht, hat die Türkei das Klimaschutzabkommen von Paris ratifiziert. Zwar hatte die Regierung in Ankara das Abkommen schon 2016 unterzeichnet, die Ratifizierung aber bislang mit dem Argument verweigert, die Türkei solle in dem Vertrag nicht als entwickeltes Land aufgeführt werden. Denn diese Einstufung ist verbunden mit schärferen Auflagen als denen für Entwicklungsländer.

Das Parlament in Ankara votierte jetzt einstimmig für das Abkommen. Es nahm allerdings auch einen Antrag an, in dem es heißt, die Türkei stimme als Entwicklungsland dem Abkommen zu und behalte sich das Recht vor, die Auflagen zu befolgen, solange sie nicht Wirtschaft und soziale Entwicklung beeinträchtigen.

Das Pariser Abkommen verpflichtet die Unterzeichner, alles zu tun, um die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Bereits im vergangenen Monat hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf der UN-Vollversammlung in New York angekündigt, das Abkommen ratifizieren zu wollen.

Eine strategische Entscheidung

Gökhan Erosy, Projektentwickler bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte, der Schritt sei von strategischer Bedeutung für die Türkei, da ein Ausscheiden aus dem Abkommen sich negativ auf die internationalen Beziehungen des Landes ausgewirkt hätte. Aber er merkte auch an, es sei unmöglich, vorherzusagen, welche praktischen Veränderungen die Ratifizierung für die türkische Bevölkerung habe. 

Der Schritt der Regierung in Ankara erfolgt wenige Wochen vor der nächsten internationalen Klimakonferenz, die Anfang November im schottischen Glasgow stattfinden wird. Bei diesem Treffen sollen die Länder überprüfen, was sie bereits für den Kampf gegen die Klimakrise getan haben und konkrete neue Ziele festlegen.

ies/se (dpa, rtr, afp)

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