Steinmeier trifft Auschwitz-Überlebende | Aktuell Deutschland | DW | 27.01.2020
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Holocaust-Gedenktag

Steinmeier trifft Auschwitz-Überlebende

Zum 75. Jahrestag der Befreiung hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drei Überlebende des Konzentrationslagers im Schloss Bellevue empfangen.

Deutschland Steinmeier empfängt drei Holocaust Überlebende im Schloß Bellevue (Reuters/M. Tantussi)

Frank-Walter Steinmeier (r.) und seine Frau Elke Büdenbender mit den Gästen im Schloss Bellevue

Peter Johann Gardosch (89), Hermann Höllenreiner (86) und Pavel Taussig (86) waren zu unterschiedlichen Zeiten in Auschwitz interniert. Höllenreiner und Taussig kamen in das sogenannte "Zigeunerlager" - einen aus mehreren Baracken bestehenden Abschnitt des Vernichtungslagers, in den Menschen deportiert wurden, die vom NS-Regime als "Zigeuner" oder "Zigeunermischlinge" kategorisiert wurden.

Taussig verließ Auschwitz im Rahmen der Räumung Mitte Januar 1945. Als sich die sowjetische Armee dem Lager näherte, wurden die Häftlinge von der SS in Güterwagen abtransportiert oder in Marschkolonnen evakuiert. Taussig überlebte einen dieser Todesmärsche und wurde Anfang Mai aus dem KZ Gunskirchen befreit. Höllenreiner wurde nach Auschwitz noch in die Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen deportiert. Er konnte einem Todesmarsch entfliehen.

Gedenkstätte Auschwitz (DW/P. Kouparanis)

Der Eingang zum Stammlager Auschwitz

Gardosch wurde mitsamt seiner jüdischen Familie nach Auschwitz verschleppt, als er 13 war. Im Juni 1944 kamen er und sein Vater ins bayerische Kaufering am Lech - ein Außenlager des KZ Dachau. Kurz vor Kriegsende gelang ihm bei einem Marsch außerhalb des Lagers die Flucht.

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Gedenken am Jahrestag der Befreiung in Auschwitz und in Berlin

Die drei Überlebenden haben Bundespräsident Steinmeier bei seiner Reise zur zentralen Gedenkveranstaltung in Auschwitz begleitet. Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers sind neben rund 200 ehemaligen Insassen Vertreter aus fast 50 Staaten anwesend. Auch Israels Präsident Reuven Rivlin ist vor Ort. Ansprachen sind allerdings nicht geplant. Die Gastgeber von der Gedenkstätte wollten bei der Feier bewusst auf Reden von Politikern verzichten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte während seines Besuchs in Auschwitz einen Tag vor der Gedenkfeier in einem Interview mit der DW: "Für jeden Ukrainer, für jeden Menschen auf der Welt, ist es eine der größten Tragödien. Deswegen bin ich hier, um das Andenken an die Holocaust-Opfer, an die Auschwitz-Opfer, zu ehren. Jeder vierte Jude, der im Zweiten Weltkrieg umgekommen ist, stammte aus der Ukraine, daher wissen alle Ukrainer, was der Holocaust ist."

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das NS-Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz. Historikern zufolge wurden dort mehr als eine Million Menschen ermordet. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hatte den Jahrestag 1996 als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus proklamiert.

djo/ehl (afp, epd, dpa)

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