Steinmeier nennt Yücels U-Haft in Türkei ″Skandal″ | Aktuell Deutschland | DW | 18.11.2017
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Türkische Justiz

Steinmeier nennt Yücels U-Haft in Türkei "Skandal"

Bundespräsident Steinmeier hat die lange U-Haft des Journalisten Deniz Yücel in der Türkei scharf kritisiert. Steinmeier setzt dennoch auf den Dialog mit der Türkei, um die Freilassung weiterer Inhaftierter zu erreichen.

Die Bemühungen zu ihrer Freilassung müssten fortgesetzt werden, forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Gleichzeitig sehe ich, dass es im Fall von Peter Steudtner eine Entscheidung von türkischer Seite gab, die zur Freilassung geführt hat. Und ich hoffe, dass es nach den Wochen und Monaten der Eskalation im deutsch-türkischen Verhältnis eine Chance gibt, eine Trendwende herbeizuführen, um so auch anderen in Haft helfen zu können."

Der Berliner Menschenrechtler Steudtner war Ende Oktober aus der Haft entlassen worden und nach Deutschland zurückgekehrt. Er war im Juli während eines Seminars festgenommen worden.

Einzelhaft in Silivri

Yücel (Artikelbild) wurde im Februar wegen angeblicher "Terrorpropaganda" und "Aufwiegelung der Bevölkerung" festgenommen. Der "Welt"-Korrespondent sitzt im Gefängnis Silivri bei Istanbul in Einzelhaft. Eine Anklageschrift liegt bislang nicht vor. Nach türkischem Recht können Terrorverdächtige bis zu fünf Jahre lang in Untersuchungshaft bleiben.

Erdogan: "Deutscher Spion"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn wiederholt als deutschen "Spion" und "Agenten" der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). "Die Tatsache, dass Deniz Yücel seit fast 300 Tagen ohne Anklage in Haft sitzt, ist ein Skandal. Dass so viele andere Journalisten im Gefängnis sind, deren Namen nicht täglich in den Medien erscheinen, auch", sagte Steinmeier weiter.

cgn/uh (afp, dpa, rtr)