Staatsanwaltschaft: Ali B. vermutlich älter als zuerst angenommen | Aktuell Deutschland | DW | 12.06.2018
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Fall Susanna

Staatsanwaltschaft: Ali B. vermutlich älter als zuerst angenommen

Der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Mainzerin Susanna, Ali B., war zum Tatzeitpunkt vermutlich bereits 21 Jahre alt. Dies hätte eine erhebliche Auswirkung auf die zu erwartende Strafe. Allerdings gibt es noch Zweifel.

Ali B. (in weiß) am Sonntag auf dem Weg ins Gefängnis (picture-alliance/dpa/H. Bratic)

Ali B. (in weiß) am Sonntag auf dem Weg ins Gefängnis

Ali B. ist anscheinend im März 1997 geboren - und nicht wie zunächst angenommen im November 1997. Dies ergebe sich aus einer mündlichen Auskunft des irakischen Generalkonsulats in Frankfurt, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn in Wiesbaden. Dem Konsulat lägen entsprechende Ausweisdokumente vor. Da diese Informationen der Staatsanwaltschaft noch nicht schriftlich vorlägen und noch nicht überprüft werden konnten, seien sie noch unter Vorbehalt. 

Stimmt die Auskunft, wäre der Iraker zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Tat bereits 21 Jahre alt gewesen. Dies hätte "für ihn erhebliche Folgen für das Verfahren", sagte der Staatsanwalt. Ali B. könne dann nicht mehr nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. In diesem Fall müsste er mit einer erheblich schwereren Strafe rechnen.

Trauerbekundung in der Nähe des Tatorts (picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Trauerbekundung in der Nähe des Tatorts

Der irakische Flüchtling wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna in Wiesbaden vergewaltigt und getötet zu haben. Nach einer Flucht in den Irak war er am Samstag im Beisein von Bundespolizisten mit dem Flugzeug wieder nach Deutschland gebracht worden. Bei seiner Vernehmung gestand er, das aus Mainz stammende Mädchen umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung. Er sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft. 

Sondersitzung im hessischen Landtag

Zu dem Mordfall wird es am Donnerstag eine Sondersitzung des Innen- und des Rechtsausschusses im hessischen Landtag geben. Landesinnenminister Peter Beuth und Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU) sollten die Abgeordneten über den aktuellen Sachstand zu dem Tötungsdelikt und zur Festnahme des mutmaßlichen Mörders der Jugendlichen, Ali B., informieren, teilten die Landtagsfraktionen der Regierungsparteien CDU und Grüne in Wiesbaden mit.

CDU-Landtagsfraktionschef Michael Boddenberg und Grünen-Landtagsfraktionschef Mathias Wagner erklärten, die Regierungsparteien setzten sich "für eine rückhaltlose Aufklärung der Tat ein". Dazu sei es aber notwendig, dass die Ermittler ihre Arbeit machen könnten. "Spekulationen helfen nicht weiter."

Die Antwort auf solch ein grauenvolles Verbrechen könne nur ein rechtsstaatliches und gründliches Verfahren sein, erklärten Boddenberg und Wagner. "Blanker Populismus hilft niemandem weiter." 

stu/AR (dpa, afp)
 

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