Sri Lanka: Oppositionskandidat Rajapaksa gewinnt Wahl | Aktuell Asien | DW | 17.11.2019
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Präsidentschaftswahl

Sri Lanka: Oppositionskandidat Rajapaksa gewinnt Wahl

Der südasiatische Inselstaat hat einen neuen Präsidenten: Ex-Militärchef Gotabaya Rajapaksa hat die Wahl für sich entschieden. Sein Kontrahent Sajith Premadasa gratulierte ihm zum Sieg. Doch nicht alle freuen sich.

Sri Lanka Präsidentschaftswahlen (picture-alliance/AP Photo/E. Jayawardena)

Gotabaya Rajapaksa grüßt Anhänger während einer Wahlkampfveranstaltung im Oktober

Laut offiziellen Ergebnissen kam der 70-jährige Gotabaya Rajapaksa auf 52,25 Prozent der Stimmen, Sajith Premadasa von der regierenden United National Party (UNP) auf knapp 42 Prozent. "Es ist ein klarer Sieg", hatte ein Sprecher Rajapaksas der Nachrichtenagentur AFP zufolge bereits vor Ende der Auszählung gesagt - und angekündigt, Sri Lankas Ex-Militärchef werde am Montag oder Dienstag als Präsident vereidigt. 

Premadasa räumte seine Niederlage ein und gratulierte seinem Herausforderer. Es sei ihm "eine Ehre, die Entscheidung des Volkes zu ehren". Wenig später kündigte der derzeitige Minister für Wohnungswesen, Bauwesen und kulturelle Angelegenheiten seinen Rücktritt als stellvertretender Vorsitzender der UNP an.

Wird der Ex-Präsident Regierungschef?

Rund 16 Millionen Menschen waren in Sri Lanka zur Wahl aufgerufen, zu der 35 Bewerber antraten. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 85 Prozent. Zunächst hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Premadasa und Rajapaksa abgezeichnet, dessen umstrittener Bruder Mahinda das Land bis 2015 mit eiserner Hand regierte. Beobachter hatten Rajapaksas Kandidatur als Versuch gewertet, den Ex-Präsidenten wieder an die Macht zu bringen. So könnte Rajapaksa seinen Bruder etwa als Regierungschef einsetzen.

Sri Lanka Wahl 2019 | Sajith Premadasa, Kandidat UNP (Getty Images/AFP/I.S. Kodikara)

Sajith Premadasa beim Verlassen eines Wahllokals am Samstag

Während Kritiker Mahinda Rajapaksa Korruption, die Ermordung politischer Gegner und Misswirtschaft während seiner Präsidentschaft vorwerfen, hält vor allem die buddhistische Mehrheit der Singhalesen ihm zugute, 2009 den jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit der überwiegend hinduistischen Minderheit der Tamilen beendet zu haben. Vor allem die muslimische Minderheit fürchtet sich dagegen vor einer Rückkehr des ehemaligen Staatschefs. Nach den Anschlägen islamistischer Fundamentalisten im April mit 269 Toten, die Erinnerungen an den blutigen Bürgerkrieg in der Ära Rajapaksa weckten, nahmen die Spannungen zwischen buddhistischen Singhalesen und Muslimen wieder zu.

Wahl von Gewalt überschattet

Trotz eines großen Polizeiaufgebots wurde der Wahlgang von gewalttätigen Zwischenfällen überschattet. Am Samstag wurde nach Polizeiangaben ein Bus-Konvoi mit Wählern der muslimischen Minderheit beschossen und mit Steinen beworfen. In der Tamilen-Hochburg Jaffna im Norden des Landes nahm die Polizei zehn Männer fest, die laut der Sicherheitskräfte "Ärger machen wollten". Auf einer Tee-Plantage 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo wurden bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern verschiedener Kandidaten zwei Menschen mit Messerstichen verletzt.

hk/jv (dpa, afp, rtr, ap)

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