Spahn plant massive Ausweitung von Coronatests in Heimeinrichtungen | Aktuell Deutschland | DW | 03.10.2020
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Corona-Pandemie

Spahn plant massive Ausweitung von Coronatests in Heimeinrichtungen

Dabei geht es um Antigen-Schnelltests, die der Gesundheitsminister vor allem Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung stellen will. Aber auch Kliniken, Praxen und andere medizinische Einrichtungen sollen sie erhalten.

Eine Altenpflegerin mit einem Bewohner der Pflege- und Senioreneinrichtung Kurt-Engert-Haus in Kiel (Foto: Frank Molter/dpa/picture-alliance)

Eine Altenpflegerin mit einem Bewohner der Pflege- und Senioreneinrichtung Kurt-Engert-Haus in Kiel

Alten- und Pflegeheime sollen vom 15. Oktober an flächendeckend Coronatests durchführen, um Personal, Besucher und Bewohner besser vor dem Virus zu schützen. Das geht aus einem Referentenentwurf für eine nationale Teststrategie hervor, mit dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Einsatz von Coronatests in Deutschland regeln will. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigte inzwischen einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bekommt bei einem Besuch der Universität Bochum die Temperatur gemessen (Foto: Roland Weihrauch/dpa/picture-alliance)

Bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird - bei einem Besuch der Universität Bochum - die Temperatur gemessen

Demnach sieht der 23-seitige Entwurf ähnliche Regelungen für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor. Wird in solchen Einrichtungen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt, soll nach dem Referentenentwurf künftig jeder, der in den vorigen zehn Tagen dort anwesend war, Anspruch auf einen Test haben. Ziel sei es, besonders gefährdete Personen besser zu schützen, heißt es laut "Spiegel" in dem Entwurf.

Bis zu 50 Tests pro Bewohner

Pflegeheime sollen nach dem Willen des Gesundheitsministeriums zum Beispiel ein monatliches Kontingent für sogenannte Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt bekommen. Geplant sind bis zu 50 Tests pro Bewohner. Eine Einrichtung mit 80 Bewohnern könnte also bis zu 4000 Tests im Monat nutzen, um Besucher, Personal und Bewohner wiederholt zu testen. Bezahlt werden sollen die Schnelltests über den Gesundheitsfonds, aus dem Krankenkassen ihre Mittel erhalten. Das Ministerium veranschlagt dafür einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, abhängig von der Entwicklung des Testgeschehens.

Schild am Eingang eines Altenheims, das über ein generelles Besuchs- und Betretungsverbot informiert (Foto: Foto2press/picture-alliance)

Das soll sich nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers nicht mehr wiederholen

In einzelnen Alten- und Pflegeheime in Deutschland hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder massenhaft ältere Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

sti/ml (afp, dpa, epd, kna)

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