Solo-Schau des Fotografen David LaChapelle | Kunst | DW | 21.04.2018
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Kunst

Solo-Schau des Fotografen David LaChapelle

Schrille Starporträts und sexy Werbung haben den US-amerikanischen Fotografen berühmt gemacht. Seine zivilisationskritischen Fotografien hängen heute in Museen und Galerien: Schrill und bunt ist es geblieben.

Das Groninger Museum in den Niederlanden zeigt über 70 Werke des US-amerikanischen Fotografen und gibt so einen guten Überblick über sein Werk. Dabei stehen nicht mehr Stars im Mittelpunkt, mit dessen Porträts David LaChapelle in den 1990gern berühmt wurde, sondern opulente Figurenensembles, Stillleben und sogar Landschaftsfotografien. David LaChapelle ist einer der einflussreichsten Fotografen der Welt, seine Bilder sind bunt, überzeichnet, künstlich. Sie springen den Betrachter an, sind laut und aufdringlich, kurz: das Gegenteil von dezent.

Eine steile Karriere

USA David LaChapelle (picture alliance/ZUMAPRESS/David LaChapelle)

Für den einen Playboy-Titel 2001 porträtiert LaChapelle Pamela Anderson

Der im März 1963 in Connecticut geborene Fotograf und Regisseur fängt in seiner Jugend mit dem Fotografieren an. Mit 15 Jahren flieht er aus dem ländlichen Connecticut nach New York, wo er zunächst Gläsereinsammler im legendären Studio 54 wird. Die Karriere, die folgt, liest sich wie die Erfüllung des amerikanischen Traums. Mit einem Portrait von Andy Warhol für die Zeitschrift "Interview Magazine" kommt alles ins Rollen.

Mit bunten Werbebildern und spektakulär in Szene gesetzten Porträts von Prominenten und Celebrities wird LaChapelle schnell berühmt. LaChapelle fotografiert Models, Sänger und Künstler. Kaum eine Berühmtheit, die er nicht vor der Kamera hatte: Madonna, Eminem, Britney Spears, Whitney Houston, Kanye West, Mariah Carey, Naomi Campbell, David Beckham und Keith Richards und viele viele mehr.

USA David LaChapelle (picture alliance/Happy Socks)

Werbung macht LaChapelle heute nur noch selten

Auch als Regisseur von Musikvideos macht er sich einen Namen, zum Beispiel bei Songs von Christina Aguilera, Moby, Elton John oder Amy Winehouse. 2005 erscheint zudem sein erster Dokumentarfilm: "Rize" erzählt bildgewaltig von der Tanzkultur in den Schwarzenvierteln von Los Angeles.

Flucht nach Hawaii

2006 macht LaChapelle Schluss mit dem Fotografieren von Stars, zieht nach Hawaii und macht seitdem nur noch Projekte, auf die er wirklich Lust hat, wie er sagt. Seine überdreht-dramatischen Bilder sollen den Betrachter sofort in ihren Bann ziehen, so der Fotokünstler. Das, was er eigentlich sagen wolle, verberge sich aber eine Ebene dahinter und trete erst auf den zweiten Blick hervor.

USA David LaChapelle (picture alliance/dpa/XAMAX)

David LaChapelle mit seinem 2017 erschienenen Bildband "Lost + Found"

Die Ausstellung „LaChapelle – Good News for Modern Man“ ist vom 21. April bis zum 28. Oktober 2018 in Groningen zu sehen. Auch seine neueste Serie "New World", in der LaChapelle auf der Suche nach dem Paradies den Versuch unternimmt, das "Unfotografierbare" abzulichten, kann dort begutachtet werden.

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