Solidaritätsdemo für die Polizei in Hongkong | Aktuell Welt | DW | 20.07.2019
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Aufgeheizte Stimmung

Solidaritätsdemo für die Polizei in Hongkong

Wieder gehen in Hongkong über 100.000 Menschen auf die Straße. Dieses Mal skandieren sie aber für die pro-chinesische Regierung. Im Vorfeld der Demonstration hatte die Polizei ein Sprengstofflabor ausgehoben.

Hongkong | Kundgebung in Hongkong
Hong Kong | Kundgebung in Hongkong (picture-alliance/dpa/NurPhoto/V. Yuen)

Demonstranten in Hongkong schwenken auch die chinesische Flagge

Den überwiegend älteren Demonstranten aus der Menge schlossen sich auch Familien und jüngere Bewohner der Metropole an. Sie schwenkten chinesische Flaggen und hielten auf Schildern Solidaritätsbekundungen mit der Polizei hoch. Nach Angaben der Sicherheitskräfte beteiligten sich 103.000 Menschen an der Kundgebung. Die Veranstalter sprachen nach Medienangaben von 316.000 Teilnehmern.

In Hongkong gibt es seit sechs Wochen massive Demonstrationen gegen die Regierungschefin Carrie Lam  und ein auf Eis gelegtes Gesetz, das erstmals Auslieferungen an Festland-China ermöglicht hätte. Am Rande der Proteste kam es in der Vergangenheit häufig zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Polizei findet große Menge hochexplosiven Sprengstoffs 

Demonstranten und Menschenrechtsgruppen werfen den Sicherheitskräften einen übermäßigen Einsatz von Gewalt vor, beispielsweise durch das Abfeuern von Gummigeschossen und Tränengas. Erst am vergangenen Sonntag waren bei Zusammenstößen 28 Menschen verletzt worden.

Hongkong | Kundgebung in Hongkong
Hong Kong | Kundgebung in Hongkong (picture-alliance/dpa/Bildfunk/Apple Dialy/Uncredited)

Im Vorfeld der Demonstration sicherte die Polizei einen Sprengstofffund

In der ohnehin aufgeheizten Stimmung gab die Polizei bekannt, ein Sprengstofflabor ausgehoben zu haben. Ein 27-Jähriger sei zunächst festgenommen worden, später noch zwei weitere Männer. Neben zwei Kilogramm Sprengstoff haben die Sicherheitskräfte Brandsätze, Säure, Messer und Metallstangen gefunden. "Ich denke, es ist ohne Zweifel die größte Menge, die wir jemals in Hongkong gefunden haben", sagte Superintendent Alick McWhirter nach Angaben der "South China Morning Post". Es handele sich um den hochexplosiven Sprengstoff TATP. 

Es wurden auch T-Shirts der Hongkonger National Front gefunden, die sich für die Unabhängigkeit des Territoriums ausspricht. Auch wurden Flugblätter in dem Waffenlager gefunden, mit denen gegen das kontroverse Gesetz für Auslieferungen an China protestiert wird. Die National Front bestätigte nach Presseberichten, dass der Festgenommene zu der Gruppe gehöre, beteuerte aber, nichts von dem Sprengstoff gewusst zu haben. 

Regierungsgegner wollen am Sonntagnachmittag auf die Straße gehen. Die Demonstranten fordern unter anderem demokratische Reformen, ein allgemeines Stimmrecht und Lams Rücktritt.

nob/uh (dpa, afp)

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