Demonstration in Hongkong eskaliert erneut | Aktuell Asien | DW | 08.07.2019
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Demokratiebewegung

Demonstration in Hongkong eskaliert erneut

In Hongkong gehen die Proteste gegen das umstrittene Gesetz für Auslieferungen an China weiter. Wieder gab es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei.

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Wieder Zusammenstöße in Hongkong

Zunächst hatten Zehntausende am Sonntag friedlich gegen das geplante Auslieferungsgesetz demonstriert. Nach unterschiedlichen Angaben beteiligten sich im Bezirk Kowloon zwischen 56.000 und 230.000 Menschen an dem jüngsten Marsch.

Am späten Abend jedoch kam es dann zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete von "Chaos" auf den Straßen. Aufnahmen zeigen Polizisten, die mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen schwarz gekleidete Demonstranten vorgehen.

Die Behörden haben nach eigenen Angaben fünf Kundgebungsteilnehmer festgenommen. Sie sollen Polizisten angegriffen und bei der Ausübung ihrer Aufgaben behindert haben. Der Demokratie-Aktivist Joshua Wong schreibt dagegen auf Twitter, die Gewalt sei von der Polizei ausgegangen. Ein angefügtes Video zeigt die aufgeheizte Stimmung am Rande der Demonstration.

Der Zorn der Teilnehmer richtet sich gegen vor allem gegen Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam, die eine aus ihrer Sicht zu China-freundliche Politik betreibt. Im Mittelpunkt der Kritik steht ein Auslieferungsgesetz, das es den Behörden Hongkongs erlauben würde, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. Bürgerrechtler befürchten, dass so China-Kritiker mundtot gemacht werden könnten.

Ihren Höhepunkt erreichte die Wut vieler Bürger am vergangenen Montag, als Hunderte vor allem jugendliche Demonstranten das Parlament der Stadt stürmten. Die Organisatoren der Proteste kündigten damals an, so lange auf die Straße gehen zu wollen, bis das momentan auf Eis gelegte Gesetz offiziell zurückgenommen wird, inhaftierte Mitglieder der Protestbewegung freikommen und Polizisten bestraft werden, die schon bei einem Protest am 12. Juni gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen waren.

djo/ww (afp, afpe, dpa, rtr)

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