So können Sie sich vor Malaria schützen | Wissen & Umwelt | DW | 24.04.2018
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Welt-Malaria-Tag

So können Sie sich vor Malaria schützen

Nein, Gin Tonic trinken schützt nicht vor Malaria. Das ist leider ein Märchen, die Biester stechen Sie trotzdem. Aber es gibt ein paar Tricks, um möglichst nicht von einer Malaria-Mücke erwischt zu werden.

Gerade nachts ist die Gefahr, von der Anopheles-Mücke gestochen und damit infiziert zu werden, besonders groß. Dann begeben sich die weiblichen Moskitos auf die Jagd. Sie haben einen feinen Geruchssinn, der ihnen hilft, ihre Opfer - also auch Sie - aufzuspüren. Das sollten Sie tun, um die Biester von sich fernzuhalten:

1. Nutzen Sie Moskitonetze

Der wirklich beste Schutz gegen die blutrünstigen Mücken sind noch immer Moskitonetze. Es gibt normale, dünnmaschige Netze. Durch sie kann die Mücke gar nicht ernst an ihr potenzielles Opfer gelangen. Noch eine Stufe sicherer sind Netze, die mit speziellen, chemischen Substanzen imprägniert sind. Sie sind in die Fasern der Netze eingewebt und werden kontinuierlich freigegeben. Diese schädigen das Nervensystem der Mücken. Sie sterben.

2. Entfernen Sie gefährliche Brutplätze

Wichtig ist es, die Brutstätten der Mücken zu entfernen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sie können sich in stehenden Gewässern, in Pfützen und in Regentonnen befinden. Auch Konservendosen oder alte Autoreifen, in denen sich Wasser gesammelt hat, reichen den gefährlichen Überträgern, um ihre Larven abzulegen. Jede auch noch so kleine Wasserlache kann gefährlich werden. 

Sogar das Kondenswasser einer Klimaanlage reicht aus, damit darin Tausende von Larven schlüpfen können. Die optimale Temperatur, bei der sich die Mücken vermehren, liegt bei über 30 Grad. Klimaverhältnisse also wie sie in Afrika herrschen. Bei derartig günstigen Bedingungen reifen die infektiösen Stadien der Malariaerreger besonders schnell.

3. Tragen Sie die richtige Kleidung

Einige Regeln sind so einfach wie effektiv. Tragen Sie helle Kleidung. Die zieht Anopheles-Mücke weniger an als dunkle oder gar schwarze. Außerdem sollten Sie langärmelige Hemden oder Blusen tragen und lange Hosen, die die Knöchel bedecken und möglichst auch Socken. Das macht es den Mücken schwer, an ihr Blut zu kommen. Die Kleidung kann zusätzlich noch mit Insektiziden imprägniert werden. 

4. Bauen Sie Mückenfallen

Es gibt eine Falle, die speziell für die Malaria-Mücke gedacht ist: Sie hat einen Deckel, der ähnlich wie eine Kapuze aussieht. Im Inneren sind Lockstoffe verteilt, beispielsweise Kohlendioxid und Milchsäure. Diese ähneln dem Geruch von Menschen. Von ihnen werden die gefährlichen Blutsauger angelockt. Dann gibt es kein Entrinnen mehr: Die Tiere werden durch einen Ventilator in die Kapuze hinein gesaugt.

5. Nutzen Sie - wenn es sein muss - Medikamente

Es gibt verschiedene Medikamente, die Sie einnehmen können, wenn Sie in Malariagebiete reisen. Ein Mittel wird beispielsweise zwei Tage vor bis sieben Tag nach dem Aufenthalt in einem Malariagebiet eingenommen. Eine andere Möglichkeit ist ein Mittel, das eine Woche vor der Einreise genommen wird und vier Wochen nach der Abreise.

Es gibt Tabletten zur Vorsorge. Diese können aber zu Nebenwirkungen führen. Die zweite Art von Medikamenten sollte sobald wie möglich nach einem Stich eingenommen werden. 

6. Warten Sie nicht auf eine Impfung

Immer wieder gibt es Nachrichten, dass nun endlich ein Impfstoff gegen Malaria gefunden wurde. Aber das Nonplusultra haben die Wissenschaftler noch nicht entwickelt, eine wirkungsvolle Impfung gegen Malaria gibt es nicht. Wissenschaftler raten sogar davon ab, zu viel Hoffnung in einen Impfstoff zu setzen. Niemand weiß, ob er tatsächlich jemals kommen wird.

7. Verlassen Sie sich nicht auf Gin Tonic

Bis heute hält sich die Legende, dass regelmäßiges Trinken von Gin Tonic vor Malaria schützt. Leider ist das ein Märchen. Was stimmt ist, dass das Tonic, weil es Chinin enthält, jahrhundertelang als das einzig wirksame Mittel gegen Malaria war. Den Gin mischte man nur dazu, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Doch Wissenschaftler versichern, dass die Chininkonzentration viel zu gering ist, als dass sie heutzutage einen wirklichen Schutz bieten könnte.

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