Simbabwes Regierungskritiker Mawarire vorläufig freigelassen | Aktuell Afrika | DW | 29.01.2019
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Menschenrechte

Simbabwes Regierungskritiker Mawarire vorläufig freigelassen

Der simbabwische Regierungskritiker Evan Mawarire ist knapp zwei Wochen nach seiner Festnahme vorläufig freigelassen worden. Ein Richter ordnete an, den Pastor gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu setzen.

Evan Mawarire Pastor Aktivist (AFP/Getty Images/J. Njikizana)

Mawarire wird vorgeworfen, Gewalt angestachelt zu haben (Archivaufnahme)

Mawarire werde voraussichtlich an diesem Mittwoch freikommen, sagte sein Anwalt Tonderai Bhatasara. Bei einer Verurteilung drohen dem Aktivisten bis zu 20 Jahre Haft. Mawarire weist alle Vorwürfe zurück.

Er war am 16. Januar im Zusammenhang mit wütenden Protesten gegen eine drastische Erhöhung der Treibstoffpreise in Simbabwe festgenommen worden. Dem Geistlichen wurde vorgeworfen, den Sturz der Regierung anzustreben und in den sozialen Netzwerken zu Gewalt angestachelt zu haben. Mawarire hatte Videos zu einem landesweiten Streikaufruf gepostet.

Mindestens 100 Festnahmen

Die Regierung Simbabwes reagierte mit großer Härte auf die Proteste, die vielerorts in Gewalt umschlugen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen beiden Wochen mindestens zwölf Menschen getötet. Mehr als 1100 Menschen wurden festgenommen, unter ihnen auch Gewerkschaftsvertreter und Oppositionspolitiker.

Simbabwes größte Oppositionspartei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) erklärte, die Unterdrückung von Regierungsgegnern sei schlimmer als zu Zeiten des langjährigen Machthabers Robert Mugabe.

Mosambik Emmerson Mnangagwa Wahlplakat (DW/B. Jequete)

Präsident Emmerson Mnangagwa betreibt Wahlwerbung

Pastor Mawarire ist seit 2016 ein prominenter Gegner der simbabwischen Regierung unter Präsident Emmerson Mnangagwa. Er kritisierte in Videos mit einer Nationalflagge um den Hals gewickelt den damaligen Staatschef Mugabe und inspirierte so die "ThisFlag"-Protestbewegung. Nach Mugabes Sturz 2017 richtete er seine Kritik gegen dessen Nachfolger Mnangagwa.

Das Land im südlichen Afrika befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren.

ni/uh (afp, dpa)

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