Silber im Rudern und zwei weitere Bronzemedaillen für ″Team D″ | Sport | DW | 29.07.2021
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6. Olympia-Tag in Tokio

Silber im Rudern und zwei weitere Bronzemedaillen für "Team D"

Einige deutsche Medaillen-Hoffnungen gehen am 6. Tag in Tokio flöten. Dafür liefern die Ruderer Jonathan Rommelmann und Jason Osborne. Und Judoka Anna-Maria Wagner und Kanutin Andrea Herzog holen Bronze.

Tokyo 2020 | Judo: Anna-Maria Wagner aus Deutschland holt Bronze

Bronze im Judo für Anna-Maria Wagner

Sie hatte auf Gold gesetzt, konnte sich dann aber auch über die Bronze-Medaille gehörig freuen: Judo-Weltmeisterin Anna-Maria Wagner schlug erleichtert die Hände vor das Gesicht und vergoss in den Armen von Bundestrainer Claudiu Pusa Freudentränen. Die 25-Jährige hat bei den Olympischen Spielen eines der "kleinen Finals" der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm und damit die zweite Medaille für den Deutschen Judo-Bund (DJB) in Tokio gewonnen. Die Ravensburgerin besiegte die Kubanerin Kaliema Antomarchi. Das Halbfinale hatte sie kurz zuvor gegen die japanische Ex-Weltmeisterin Shori Hamada verloren.

Wagner war nach ihren jüngsten Erfolgen mit großen Ambitionen zu den Spielen nach Japan gereist. Neben dem WM-Titel Mitte Juni in Budapest hat sie in diesem Jahr auch schon die Grand Slams in Tel Aviv und Kasan gewonnen.

Das Leid von Oliver Zeidler

Freud und Leid lagen an diesem 6. Wettkampftag für "Team D" sehr eng beieinander. Leid - das gab es etwa für Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler, der überraschend das Finale im Einer verpasste. Der Sportler aus Ingolstadt kam im Halbfinale nur auf den vierten Platz und muss seinen Traum von einer olympischen Medaille in Tokio begraben.

Tokyo 2020 | Rudern: Oliver Zeidler aus Deutschland

Platt nach dem Vorlauf: Oliver Zeidler

Der 25 Jahre alte Athlet hatte in seinem Halbfinale lange auf dem zweiten Platz gelegen, ehe er auf den letzten 500 Meter noch auf Rang vier zurückfiel. Nur die besten drei Ruderer der beiden Läufe qualifizierten sich für das Medaillenrennen am Freitag. "Für ihn bricht ein Traum ein, deswegen ist die Enttäuschung natürlich sehr groß", sagte Vater und Trainer Heino Zeidler. Nach seinen Worten waren auch die windigen Bedingungen ein Faktor für das Ausscheiden seines Sohnes, der erst 2016 zum Rudern gewechselt war. "Dieser extreme Wind war heute der größte Gegner, deswegen hat es nicht gereicht", so Heino Zeidler.

Silber für Rommelmann/Osborne

Tokyo 2020 | Rudern: Rommelmann/Osborne aus Deutschland holen Silber

Nach dem Zieleinlauf: Jonathan Rommelmann (links) und Jason Osborne

Dabei hatte der Wettkampftag für die deutschen Ruderer erfolgreich begonnen. Jonathan Rommelmann und Jason Osborne gewannen als erste deutsche Leichtgewichts-Ruderer eine olympische Medaille. Das Duo aus Krefeld und Mainz musste sich auf dem Sea Forest Waterway nur knapp Irland geschlagen geben und holte die Silbermedaille. Bronze ging an das italienische Boot. Seit der Olympia-Premiere 1996 in Atlanta war es noch keinem deutschen Doppel-Zweier bei den Männern gelungen, die Medaillenränge zu erreichen. "Wir müssen das jetzt erstmal verarbeiten", sagte Osborne in der ARD. Man habe in jedem Fall Silber gewonnen - und nicht etwa Gold verloren.

Tokyo 2020 | Rudern: Rommelmann/Osborne aus Deutschland holen Silber

Nach dem Zieleinlauf: Jonathan Rommelmann (links) und Jason Osborne

 

Bronze für Andrea Herzog

Andrea Herzog aus Meißen holte mit Bronze die nächste deutsche Medaille im Kanuslalom. Die 21 Jahre alte Weltmeisterin im Canadier-Einer landete im Finale hinter der Australierin Jessica Fox und der Britin Mallory Franklin - und setzte damit die Erfolgsserie des Deutschen Kanu-Verbandes fort.

Tokyo 2020 | Kanu: Andrea Herzog aus Deutschland holt Bronze

Andrea Herzog, Bronze im Candier-Einer

Es ist das dritte Edelmetall für die deutschen Slalom-Kanuten in Japan. Ricarda Funk wurde Olympiasiegerin im Kajak-Einer, Canadier-Spezialist Sideris Tasiadis hatte seinerseits ebenfalls Bronze geholt.

Holzmedaile für Florian Wellbrock

Enttäuschend, weil am sechsten Wettkampftag bereits im Finale, war das Abschneiden von Schwimm-Doppelweltmeister Florian Wellbrock. Der 23-Jährige belegte über 800 Meter Freistil den undankbaren vierten Platz. In 7:42,68 Minuten kam Wellbrock nicht mehr an seine deutsche Rekordzeit aus dem Vorlauf heran. 35 Hundertstelsekunden fehlten ihm am Ende zu Platz drei. Gold sicherte sich der Amerikaner Robert Finke. Silber holte Gregorio Paltrinieri aus Italien, Bronze der Ukrainer Michailo Romantschuk.

Tokyo 2020 | Schwimmen: Florian Wellbrock aus Deutschland

Es reicht nicht für's Treppchen: Florian Wellbrock

"Der vierte Platz ist natürlich immer bitter. Aber mehr war heute nicht drin", sagte Wellbrock unmittelbar nach dem Rennen in der ARD. Zwei Jahre nach seinem historischen Doppel-Erfolg bei der WM 2019 in Südkorea, als er binnen weniger Tage Gold im Freiwasser über zehn Kilometer und im Becken über 1500 Meter Freistil gewonnen hatte, gelang dem Bremer nicht der erhoffte Japan-Start mit Siegerehrung auf dem Podest. Am Tag zuvor wurde seine Verlobte Sarah Köhler mit Bronze über 1500 Meter Freistil die erste Medaille für die deutschen Beckenschwimmer seit 2008 bejubelt. Doch dabei bleib es bislang.

Staffel auf Platz sechs

Nichts mit der Entscheidung über Gold, Silber und Bronze hatte die deutsche 4x200-m-Freistilstaffel in Tokio zu tun. Am Ende war es der sechste Platz für die 19-Jährige Isabel Gose aus Magdeburg, Leonie Kullmann (Berlin), Marie Pietruschka (Leipzig) und Annika Bruhn (Neckarsulm). Gold ging in der Weltrekordzeit von 7:40,33 Minuten an China. Die Rekord-Olympiasiegerinnen aus den USA mit der starken Schlussschwimmerin Katie Ledecky sicherten sich Silber vor den australischen Weltmeisterinnen um ihren neuen Star Ariarne Titmus.  

Sunisa Lee krönt sich zur Turn-Königin

Einen Tag nach dem Startverzicht von US-Turnstar Simone Biles hat ihre Landsfrau Sunisa Lee Olympia-Gold im Mehrkampf gewonnen. Die 18-Jährige siegte vor Rebeca Andrade aus Brasilien, Bronze ging an die Russin Angelina Melnikowa. Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz belegte einen sehr guten neunten Platz, ihre Stuttgarter Vereinskollegin Kim Bui landete auf dem 17. Rang.

Tokio 2020 | Turnen | Sunisa Lee

Sunisa Lee trat in die großen Fußstapfen von Simone Biles, die auf der Tribüne mitfieberte

Simone Biles, die Mehrkampf-Olympiasiegerin von Rio, hatte am Mittwoch ihren Startverzicht erklärt und dies mit psychischen Problemen begründet. Sie freute sich auf der Tribüne über das Gold ihrer Landsfrau Lee. 

Schwacher Auftritt der Hockey-Männer

Unerwartet schwierig verläuft die Mission Tokio auch für die deutsche Hockey-Mannschaft der Herren. In ihrem Gruppenspiel gegen Südafrika kassierte das favorisierte deutsche Team gegen Südafrika eine 3:4-Niederlage. Bei Temperaturen weit über 30 Grad ging das deutsche Team zwar durch die Treffer von Timm Alexander Herzbruch (8.), Lukas Windfeder (22.) und Constantin Staib (24.) mit einer 3:2-Führung in die Pause, doch Südafrika drehte das Spiel. Das entscheidende Gegentor des bis dato punktlosen Kontrahenten fiel zwölf Minuten vor dem Ende.

Tokyo 2020 | Hockey Deutschland - Südafrika

Südafrika schlägt die deutsche Hockey-Mannschaft - surprise!

"Wir waren in allen Belangen nicht gut genug, um bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Das ist nicht akzeptabel und tut total weh", sagte Kapitän Tobias Hauke nach der Partie.

Das Erreichen des Viertelfinals steht so noch nicht ganz fest, was für das erfolgsverwöhnte Team des Deutschen Hockey-Bundes eine ziemlich neue Erfahrung ist. Aber noch ist nichts verloren. Wobei der nächste Gruppengegner, die Niederlande, ein dicker Brocken ist. Es muss mindestens ein Unentschieden her.

Ovtcharov: "Ich habe nie besser gespielt"

Der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov hat den Einzug ins Endspiel nur knapp verpasst und kämpft nun um Bronze. Der letzte im Einzel verbliebene Deutsche unterlag Rio-Gewinner Ma Long aus China nach einem packenden Schlagabtausch hauchdünn mit 3:4 Sätzen (11:13, 8:11, 11:9, 11:9, 7:11, 11:5, 9:11). Ovtcharov glich dank seiner starken Rückhand zwar einen 0:2-Satzrückstand aus und erzwang schließlich den entscheidenden siebten Satz. Am Ende aber stand die 19. Niederlage im 19. Duell mit dem Weltklassespieler.

Tokyo 2020 | Tischtennis: Dimitrij Ovtcharov aus Deutschland - Ma Long aus China

Dimitrij Ovtcharov gab gegen Ma Long alles - am Ende vergebens

Er habe danach nur "Leere und tiefen Schmerz" empfunden, sagte der 32-Jährige. "Ich war nie besser, spielerisch und taktisch. Was da gefehlt hat, das weiß nur Gott." Seinen Traum von der zweiten olympischen Einzelmedaille nach Bronze 2012 in London kann sich Ovtcharov am
Freitag erfüllen: im "kleinen Finale" gegen Lin Yun-Ju aus Taiwan.

Zverev jetzt gegen Djokovic

Tennisprofi Alexander Zverev fehlt nur noch ein Sieg zur Olympia-Medaille, das nächste Spiel aber hat es in sich. Zverev gewann sein Viertelfinale gegen den französischen Außenseiter Jeremy Chardy glatt in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:1. Nächster Gegner des 24 Jahre alten Deutschen ist der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic, der Topfavorit des olympischen Turniers. "Ich habe den schwersten Gegner der Welt", sagte Zverev im ARD-Interview. "Um gegen ihn zu gewinnen, muss ich mein bestes Tennis spielen. Das habe ich vor."