Shell soll nigerianische Politiker bestochen haben | Aktuell Welt | DW | 01.03.2019
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Wirtschaftskriminalität

Shell soll nigerianische Politiker bestochen haben

Die niederländische Justiz will den Ölkonzern Shell wegen des Verdachts auf Korruption anklagen. Das Unternehmen soll zusammen mit dem Energiekonzern Eni nigerianische Politiker bestochen haben.

Niederlande Shell Haupsitz in Den Haag (picture-alliance/dpa/J. Lampen)

Shell-Hauptsitz in Den Haag (Archivbild)

Über eine Milliarde Euro soll an nigerianische Politiker geflossen sein, um an Bohrlizenzen vor der Küste des Landes zu kommen. Die niederländische Justiz will den Ölkonzern Shell jetzt wegen des Verdachts der Bestechung anklagen. Die Ermittlungen hätten ausreichende Anhaltspunkte für strafbares Verhalten ergeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Den Haag. Damit stünde Shell schon in zwei Ländern vor Gericht wegen desselben Ölfelds - auch in Italien läuft ein Verfahren. Die dortige Justiz vermutet, dass die britisch-niederländische Shell und der italienische Energiekonzern Eni zusammen 1,1 Milliarden Euro an Bestechungsgeldern gezahlt haben könnten.

Die niederländische Justiz wollte sich im Detail noch nicht zu dem Fall äußern. Zunächst müssten die Ermittlungen abgeschlossen werden, sagte die Sprecherin. Der Shell-Konzern bestätigte, dass die Justiz eine Anklage im Zusammenhang mit dem Erwerb für Lizenzen für Probebohrungen in einem nigerianischen Ölfeld mit der Nummer OPL245 plane. Das gleiche Ölfeld steht auch im Zentrum des italienischen Verfahrens. Das zur Bestechung genutzte Geld soll zuvor von Eni und Shell auf ein Konto in London gezahlt worden sein. Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

Parallel muss sich Shell in Den Haag wegen Menschenrechtsverbrechen verantworten. Vier Witwen des nigerianischen Volkes der Ogoni werfen dem Konzern vor, die nigerianische Militärregierung in den 1990er Jahren bei der Verhaftung und Ermordung ihrer Männer unterstützt zu haben. "Über Jahre hat Shell dafür gekämpft, dass dieser Fall nicht vor Gericht verhandelt wird", sagte die Klägerin Esther Kiobel laut Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die Frauen.

chal/jj (afp, epd)

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