Seoul: Nordkorea setzt Waffentests fort | Aktuell Asien | DW | 09.05.2019
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Atomkonflikt

Seoul: Nordkorea setzt Waffentests fort

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs zwei Geschosse abgefeuert. Es ist der zweite Waffentest innerhalb weniger Tage. Ein Versuch, um in den Atomverhandlungen mit den USA den Druck zu erhöhen?

Nordkorea Raketentest (Reuters/KNCA)

Neue Raketentests: Seit Anfang Mai feuert Nordkorea wieder Geschosse ab

Zwei Kurzstreckengeschosse seien vom Nordwesten des abgeschotteten Landes in Richtung Osten abgefeuert worden, teilte das südkoreanische Militär mit. Eines sei wohl rund 420 Kilometer weit geflogen, das andere rund 270 Kilometer. Südkorea versuche nun gemeinsam mit den USA mehr Details über den Waffentest herauszufinden.

Raketentest gegen festgefahrene Verhandlungen?

Die Geschosse scheinen vom Stützpunkt Sino-ri 75 Kilometer nordwestlich von Pjöngjang abgefeuert worden zu sein. Dem in Washington ansässigen Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS) zufolge ist auf dem Stützpunkt eine mit Mittelstreckenraketen ausgestattete Einheit in Größe eines Regiments stationiert. Jedes von dort in Richtung Osten aufs Meer abgefeuerte Geschoss müsste die koreanische Halbinsel überfliegen.

USA Vertreter des Außenministers für Nordkorea Steve Biegun (Getty ImagesAFP/N. Kamm)

War während des Waffentests im Land: Der US-Gesandte für Nordkorea Stephen Biegun

Nordkorea hatte zuletzt wieder mehrfach Waffentests vorgenommen. Experten zufolge versucht Pjöngjang damit, in den festgefahrenen Atomverhandlungen den Druck auf die USA zu erhöhen. Erst am Samstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben im Beisein von Machthaber Kim Jong Un Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde. Südkoreas Regierung sprach zunächst offiziell von "Projektilen kurzer Reichweite". Seoul kritisierte die Tests und rief die kommunistische Führung in Nordkorea auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte. Die Führung in Pjöngjang sprach von einer normalen Übung zur Selbstverteidigung.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Ballistische Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Neue Spannungen

Der jüngste Abschuss erfolgte während eines Besuchs des US-Gesandten Stephen Biegun in Seoul zu Gesprächen über einen Ausweg aus den festgefahrenen Atomgesprächen. Es ist der erste Besuch Bieguns in Seoul seit dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi im Februar. Nach Monaten einer Annäherung, in der Nordkorea auf Raketentests verzichtet hatte, verschärften sich nach dem abgebrochenen Gipfeltreffen die Spannungen zuletzt wieder.

pgr/hk (afp, rtr, ap, dpa)

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