Seoul: Nordkorea feuert zwei Projektile Richtung Japanisches Meer | Aktuell Welt | DW | 28.11.2019
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Nordkorea

Seoul: Nordkorea feuert zwei Projektile Richtung Japanisches Meer

Ob es sich um ballistische Raketen handelte, ist noch nicht ganz geklärt. Derlei Tests haben die Vereinten Nationen dem Regime in Pjöngjang verboten. Noch schlimmer: Die Atomverhandlungen mit den USA stecken weiter fest.

Bilder von einem nordkoreanischen Raketentest im Oktober in den Fernsehnachrichten des Südens (Foto: Reuters/H. Ran)

Bilder von einem nordkoreanischen Raketentest im Oktober in den Fernsehnachrichten des Südens

Nordkorea hat nach Angaben des Südens bei einem neuen Waffentest zwei Projektile in Richtung offenes Meer abgefeuert. Die Geschosse seien von einer Gegend um Yonpo an der Ostküste aus gestartet worden, teilte der Generalstab in Südkorea mit. Wie weit sie flogen, ist noch unklar. Das japanische Verteidigungsministerium beschrieb die Geschosse inzwischen als ballistische Raketen.

Abe: Bedrohung für Japan und die Welt

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten trotz Verboten durch UN-Resolutionen mehrfach solche Raketen gestartet. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen. Sie befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel.

Bei dem jüngsten Test flogen die Projektile den Angaben zufolge Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer). Südkoreas Militär beobachte die Situation für den Fall, dass weitere Tests erfolgen könnten, hieß es in der Hauptstadt Seoul weiter. In Yonpo befindet sich ein Militärflugplatz. Der japanische Premierminister Shinzo Abe erklärte, ein Raketenstart durch Nordkorea stelle immer eine Bedrohung für Japan und die internationale Gemeinschaft dar. Seine Regierung werde die Wachsamkeit erhöhen, um die Sicherheit des Landes zu erhalten, betonte Abe.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor wenigen Tagen beim Besuch einer Militäreinheit auf der Insel Changrin (Foto: picture-alliance/AP Images/KCNA)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor wenigen Tagen beim Besuch einer Militäreinheit auf der Insel Changrin

Am Montag hatte Südkorea den Norden auch wegen einer Artillerieübung nahe der innerkoreanischen Seegrenze kritisiert. Dem Regime in Pjöngjang wurde vorgeworfen, gegen ein bilaterales Militärabkommen vom September 2018 verstoßen zu haben. Das Regime von Kim Jong Un müsse jede militärische Aktion in der Grenzregion stoppen.

Nordkorea: USA müssen erst Sanktionen aufheben

In der Region herrscht derzeit wieder größere Unsicherheit wegen fehlender Fortschritte im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen. Die Führung in Nordkorea hatte zuletzt in mehreren Erklärungen deutlich gemacht, an neuen Gesprächen mit den USA nicht interessiert zu seien, solange Washington keine neue Vorschläge mache.

US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un bei ihrem Treffen Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea (Foto. Reuters/U.S. Network Pool)

US-Präsident Trump und Kim bei ihrem Treffen Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea

Die Verhandlungen stagnieren seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Machthaber Kim im Februar in Vietnam. Beide Seiten konnten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen. Pjöngjang verlangt als Vorleistung der Vereinigten Staaten eine Aufhebung der Sanktionen. Diese will die US-Regierung jedoch beibehalten, solange das mit Nordkoreas Nuklearprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist.

sti/AR (afp, dpa, rtr)

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