Senator McCain bricht Krebstherapie ab | Aktuell Amerika | DW | 24.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Vereinigte Staaten von Amerika

Senator McCain bricht Krebstherapie ab

Der schwerkranke US-Senator John McCain verzichtet auf eine weitere Behandlung seiner Krebserkrankung. Der 81-Jährige gilt als einer der schärfsten Kritiker von Präsident Donald Trump in der republikanischen Partei.

USA Senator John McCain (picture alliance/AP Photo/P. Semansky)

Senator John McCain im vergangenen Oktober

Aufgrund des fortgeschrittenen Krankheitsverlaufes habe John McCain diese Entscheidung getroffen, heißt es in einer von seiner Familie verbreiteten Erklärung. "Mit seiner üblichen Willensstärke" habe der 81-Jährige entschieden, mit der Chemotherapie aufzuhören. McCain leidet an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Ärzte hatten die Geschwulst im Juli des vergangenen Jahres entdeckt, als sich der Ex-Präsidentschaftskandidat wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.

Verhältnis zu Trump zerrüttet

McCain gilt als einer der profiliertesten Kritiker von US-Präsident Donald Trump unter den Republikanern. So attestierte er Trump zuletzt wegen dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach dem Gipfeltreffen in Helsinki Inkompetenz. Trump hat sich in den vergangenen Monaten bei Wahlkampfauftritten immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung "Obamacare"in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

Kriegsheld und Senator

Ganz übel spielte Trump dem Veteranen aus dem Vietnamkrieg während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 mit. Trump verhöhnte McCain, der fünf Jahre in Gefangenschaft der Vietkong war und dort gefoltert wurde. Für ihn sei McCain "kein Held", sagte Trump, der sich selbst um den Dienst in der US-Armee gedrückt hatte: "Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?".

McCain vertritt seit 30 Jahren den Bundesstaat Arizona im US-Kongress und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines sogenannten "Mavericks" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Der Vietnam-Kriegsveteran zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung erworben. 2008 war McCain als Präsidentschaftskandidat der Republikaner dem Demokraten Barack Obama unterlegen.

Bereits im Mai machte McCain klar, dass er Präsident Trump nicht bei seiner Beerdigung dabeihaben möchte. Stattdessen wünsche er sich dessen Vize Mike Pence als Repräsentanten des Weißen Hauses bei der Trauerfeier, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Vertraute des Politikers.

qu/hf (rtr, dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt