Selbstmordanschlag in Ferienort nahe Tunis | Aktuell Afrika | DW | 30.10.2013
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Aktuell Afrika

Selbstmordanschlag in Ferienort nahe Tunis

Im tunesischen Badeort Sousse hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ein weiterer Anschlag im nahe gelegenen Monastir konnte am selben Tag verhindert werden.

Die Explosion ereignete sich am Strand von Sousse, wie ein Sprecher des Innenministeriums in der Hauptstadt Tunis mitteilte. Außer dem Attentäter sei niemand getötet oder verletzt worden. Laut Augenzeugen galt der Angriff offenbar einem Hotel im Zentrum der Stadt. Der Attentäter sei aber aufgefallen und in Richtung des leeren Strandes verfolgt worden, wo er schließlich seinen Sprengstoffgürtel zündete.

Polizisten tragen den Leichnahm des Attentäters auf einer Bahre (Foto: reuters)

Zielte der Anschlag auf die Tourismusbranche?

Zu den Hintergründen der Tat wurden keine Einzelheiten bekannt. Die bei Touristen beliebte Hafenstadt Sousse liegt etwa 140 Kilometer südlich von Tunis. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt über die Taten. Das Auswärtige Amt empfahl Reisenden im Raum Sousse, ihre Hotels nicht zu verlassen und wachsam zu sein.

Offenbar sollte die Tourismusbranche getroffen werden, eine der Haupteinnahmequellen des nordafrikanischen Landes. Rund sechs Millionen Touristen, überwiegend aus Europa, machen jährlich Urlaub in den Küstenorten Tunesiens.

Bombe im Rucksack

Auch die Küstenstadt Monastir, die in der Nähe von Sousse liegt, ist bei Besuchern beliebt. Dort wurde am selben Tag ein Anschlag auf das Mausoleum des Staatsgründers und langjährigen Präsidenten Habib Bourguiba von Sicherheitskräften vereitelt (Artikelbild). Sie nahmen einen jungen Mann fest, der auf dem Weg in das Mausoleum gewesen sein und einen Sprengsatz in einem Rucksack bei sich gehabt haben soll.

Bourguibas autokratisch regierender Nachfolger Zine el-Abidine Ben Ali wurde 2011 durch den "Arabischen Frühling" aus dem Amt getrieben. Seitdem wird Tunesien immer wieder von Anschlägen erschüttert, für die militante Islamisten verantwortlich gemacht werden. Alleine im Oktober wurden neun Sicherheitskräfte bei Gefechten mit mutmaßlichen Dschihadisten getötet.

Auf der tunesischen Insel Djerba waren im Jahr 2002 bei einem Selbstmordanschlag vor einer Synagoge 22 Menschen getötet worden, darunter 14 deutsche Touristen.

uh/pg (afp,dpa,rtr)