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Kriminalität

Schwerste Polizei-Fehler bei Massaker in Texas

18. Juli 2022

Vor zwei Monaten erschütterte ein Massaker in einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas nicht nur die USA. Inzwischen werden "ungeheuerliche Fehlentscheidungen" beim Polizeieinsatz angeprangert.

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USA | Proteste | March for Our Lives
Zwei Monate nach dem Massaker in einer Grundschule in Texas liegt jetzt ein Untersuchungsbericht vorBild: REUTERS

Fast 400 Beamte verschiedenster Strafverfolgungsbehörden seien zu der Grundschule in der Stadt Uvalde geeilt, berichtet die Zeitung "Texas Tribune" unter Berufung auf den nun vorgelegten Untersuchungsbericht. Viele der Einsatzkräfte seien besser ausgebildet und ausgerüstet gewesen als die Polizei des Schulbezirks.

Hilfe wäre möglich gewesen

Sie hätten helfen können, das sich ausbreitende Chaos zu bewältigen, hätten dies aber nicht getan, zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Es habe "systemische Fehler und ungeheuerliche Fehlentscheidungen" gegeben. Die Dokumentation über den Polizeieinsatz am 24. Mai wurde von einem Untersuchungsausschuss des texanischen Repräsentantenhauses verfasst und jetzt an Angehörige verteilt.

Ein 18 Jahre alter Schütze hatte bei der Tat in der Kleinstadt 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet. Der Angreifer hatte mit einem Sturmgewehr auf die Kinder und Lehrerinnen geschossen. Die Polizei wurde wegen des zögerlichen Einschreitens schon früh heftig kritisiert.

Immer wieder neue Angaben zur Sache

Nach der Tat änderte sie immer wieder ihre Angaben zum Ablauf des Geschehens. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Polizei erst rund 75 Minuten nach ihrem Eintreffen den Täter überwältigte. "Sie haben es versäumt, die Rettung unschuldiger Opfer über ihre eigene Sicherheit zu stellen", zitiert die Zeitung aus dem 77-seitigen Bericht.

Die begangenen Fehler seien nicht auf einen Mangel an Einsatzkräften zurückzuführen, sondern auf das Fehlen von Führungsqualitäten und effektiver Kommunikation. Mehrere Polizisten hätten die Szenen am Tatort als chaotisch beschrieben und nicht gewusst, wer überhaupt das Kommando habe. Niemand habe die Initiative ergriffen und die Führung übernommen, heißt es weiter.

Uvalde nach dem Massaker

haz/ack (dpa, rtr, afp, ap)