Schweizer Großbank UBS zu Rekordstrafe verurteilt | Aktuell Europa | DW | 20.02.2019
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Geldwäsche

Schweizer Großbank UBS zu Rekordstrafe verurteilt

Es geht um Steuerhinterziehung und Geldwäsche - jetzt muss die Schweizer Großbank UBS zahlen. Die Strafe, die ein Gericht in Frankreich der Bank auferlegt, hat es in sich: insgesamt sind es 4,5 Milliarden Euro.

Die Summe setzt sich aus einer Buße von 3,7 Milliarden Euro und Schadenersatz von 800 Millionen Euro an den französischen Staat zusammen. Es ist die bisher größte wegen Steuerbetrugs verhängte Strafe in Frankreich. Die Aktie der Bank gab unmittelbar nach dem Urteil rund zwei Prozent nach. Das Gericht folgte mit seinem Urteil der nationalen Finanz-Staatsanwaltschaft, die eine "außergewöhnliche Schwere" der Schuld festgestellt hatte. 

Der Schweizer Großbank und einigen früheren Mitarbeitern wird vorgeworfen, zwischen 2004 und 2012 Steuerflüchtlingen aus Frankreich geholfen zu haben, Geld in der Schweiz zu verstecken. Die UBS hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und legte laut Informationen der Nachrichtenagentur afp Berufung ein. Aus ihrer Sicht liegen keine Beweise für ein Vergehen der Bank vor. "Das ist eine unverständliche Entscheidung", sagte UBS-Manager Markus Diethelm demnach.

Prozess möglicherweise noch nicht vorbei

Das Urteil ist zwar eine erste Richtungsentscheidung in dem Rechtsfall. Experten gehen jedoch davon aus, dass UBS den Streit vor die nächste Instanz bringen wird. Dieser könnte sich damit noch Jahre hinziehen.

Das Verfahren ist einer der größten noch offenen Rechtsfälle für die UBS. Die Bank musste in dem Fall bereits eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen.

Die Rückstellungen der Bank für diesen und andere Rechtsfälle im Vermögensverwaltungsgeschäft und dem Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft lagen zuletzt bei 716 Millionen Dollar. Wie viel die Bank für den Fall in Frankreich allein zurückgestellt hat, legt sie nicht offen. Finanzexperten schätzen die Summe auf rund 300 Millionen Dollar.

jmw/qu (rtr, dpa, afp)

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