Schlag gegen Rechtsterrorismus in den USA | Aktuell Amerika | DW | 26.02.2020
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US-Justiz

Schlag gegen Rechtsterrorismus in den USA

Die "Atomwaffen Division" gilt als eine der gefährlichsten Neonazi-Gruppen der Gegenwart. Gewalt ist ihnen nicht fremd. Vier mutmaßliche Mitglieder wurden jetzt in den USA festgenommen.

USA Seattle | Anklage gegen rechtsextremistische Atomwaffen Division | Chris Ingalls, Journalist (picture-alliance/AP Photo/Ted S. Warren)

Chris Ingalls, ein investigativer Journalist, bekam von den Rechtsextremen unter anderem das Poster im Hintergrund zugeschickt

Die vier Beschuldigten der "Atomwaffen Division" (AWD) sollen sich verschworen haben, um Juden und andere Minderheiten, Kritiker sowie investigative Journalisten zu bedrohen und zu terrorisieren. Sie tauschten sich über einen verschlüsselten Chat aus, wie das US-Justizministerium in Washington weiter mitteilte. Die Männer sind zwischen 20 und 24 Jahre alt und leben in den Bundesstaaten Arizona, Florida, Texas und Washington. Sie werden nun in Seattle im Bundesstaat Washington unter Anklage gestellt. Staatsanwältin Maria Chapa Lopez aus Florida sagte, die Behörden hätten sich es zum Ziel
gesetzt, "die von der 'Atomwaffen Division' ausgehende Bedrohung sowohl lokal als auch national zu identifizieren und auszumerzen". 

Zwei der Verdächtigen entwarfen nach Erkenntnissen der amerikanischen Ermittler Plakate mit Nazi-Symbolen, Waffen und Molotow-Cocktails sowie Drohtexte und verschickten sie via Internet an andere Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppierung. Diese druckten die Poster dann aus und sandten sie per Post an diejenigen, die sie ins Visier genommen hatten.

Zu den Empfängern gehörten auch der Fernsehjournalist Chris Ingalls aus dem Großraum Seattle, der über die Terrorgruppe berichtet hatte, sowie zwei Aktivisten der US-Organisation Anti-Defamation League, die gegen die Diskriminierung und Diffamierung von Juden angeht. 

USA Seattle | Anklage gegen rechtsextremistische Atomwaffen Division | Brian Moran, U.S. Attorney (picture-alliance/AP Photo/Ted S. Warren)

Für US-Staatsanwalt Brian Moran hat die Bekämpfung von antisemitischem Hass Priorität

US-Staatsanwalt Brian Moran erklärte, die vier Beschuldigten hätten "Angst und Schrecken" unter ihren Kritikern verbreiten wollen. Die Bekämpfung von antisemitischem Hass und Gewaltandrohungen hätten für die US-Justiz absolut Priorität, bekräftigte er.

In Texas Ex-Anführer festgenommen 

In Montgomery im Bundesstaat Texas wurde zeitgleich ein mutmaßlich ehemaliger Anführer der "Atomwaffen Division" festgenommen, wie die Justiz weiter bekannt gab. Der 26-Jährige soll an Drohanrufen unter anderem gegen die Recherchestiftung ProPublica beteiligt gewesen sein.

Die "Atomwaffen Division" war im Herbst 2015 erstmals in Florida an die Öffentlichkeit getreten. Sie gilt als extrem fanatisch und gewaltbereit. In den USA sollen ihr bis zu hundert Mann angehören. AWD-Aktivisten wurden in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren mit mehreren Morden sowie mit mutmaßlichen Planungen für Anschläge etwa auf Atomanlagen und Synagogen in Verbindung gebracht.

Seit Juni 2018 existiert auch eine "Atomwaffen Division Deutschland", der Experten bis zu 40 Mitglieder zurechnen. Dieser rechtsterroristische Ableger sorgte im vergangenen Herbst mit Morddrohungen gegen die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth für Entsetzen und Empörung.

se/rb (ap, afp, dpa)

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