Schickt Deutschland mehr Soldaten nach Litauen? | Aktuell Europa | DW | 06.02.2022
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Konflikt mit Russland

Schickt Deutschland mehr Soldaten nach Litauen?

Die deutsche Regierung steht angesichts der Ukraine-Krise unter Druck. In Kiew wird mehr Engagement erwartet, und auch bei den Partnern gibt es Zweifel angesichts der deutschen Position. Nun deutet sich eine Lösung an.

Litauen Bundesweh in Rukla | Verteidigungsministerin Lambrecht

Verteidigungsministerin Lambrecht im Dezember bei den deutschen Soldaten in Rukla/Litauen

Die Bundesregierung diskutiert mit Litauen vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise über eine weitere Entsendung von Bundeswehrsoldaten in die Region. "Wir leisten bereits einen sehr wichtigen Beitrag in Litauen, wo wir als einziges Land der EU eine Battlegroup führen", sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht der Funke Mediengruppe.

Beratungen mit den baltischen Staaten

"Grundsätzlich stehen auch Truppen zur Verstärkung bereit, wir sind jetzt im Gespräch mit Litauen darüber, was genau sinnvoll wäre." Bundeskanzler Olaf Scholz soll in der neuen Woche in Berlin mit den Staats- und Regierungschefs der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen beraten.

Infografik NATO Präsenz in Osteuropa DE

Lambrecht schloss erneut deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine aus. Die Regierung in Kiew hatte die Bundesregierung zuletzt um spezifische Rüstungsgüter gebeten, wie aus einem Schreiben hervorging, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Auf der Liste stehen unter anderem tragbare Flugabwehr-Raketensysteme, Anti-Drohnen-Gewehre, Wärmebildbeobachtungsgeräte, Nachtsichtgeräte, Minenräumer-Ausstattung, digitale Funkgeräte, Radarstationen, spezielle Sanitätsfahrzeuge sowie Munition für Maschinenkanonen.

Christine Lambrecht Besuch NATO EFP Battalion

Will keine Waffenlieferungen an die Ukraine: Christine Lambrecht

Im Westen wird befürchtet, dass Russland eine Invasion der Ukraine vorbereitet. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Die Krise dürfte auch im Mittelpunkt des Treffens von Kanzler Scholz mit US-Präsident Joe Biden am Montag in Washington stehen.

Düstere US-Prognosen zu Opferzahlen

Vertreter der US-Regierung gehen nach einem Medienbericht von hohen zivilen und militärischen Opferzahlen im Falle eines Einmarschs russischer Truppen in die Ukraine aus. Allein in der Zivilbevölkerung könnten zwischen 25.000 und 50.000 Menschen sterben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf nicht genannte hohe US-Regierungsbeamte. Nach deren Einschätzung müsste das ukrainische Militär mit bis zu 25.000 Toten rechnen, während auf russischer Seite von bis zu 10.000 Gefallenen zu rechnen sei. Dazu würde ein Einmarsch russischer Truppen in das Nachbarland eine Flüchtlingswelle auslösen. Von den bis zu fünf Millionen Flüchtlingen würden die meisten nach Polen ausweichen.

Gegenwärtig habe das russische Militär bereits rund 70 Prozent der Kräfte aufmarschieren lassen, die nach Meinung von Experten für eine vollständige Besetzung der Ukraine nötig wären. Als möglicher Zeitpunkt für den Einmarsch wurde die zweite Februar-Hälfte angesehen - nach dem Ende der Olympischen Winterspiele in Peking. Bis dahin wäre der Boden in der Ukraine durch Frost gehärtet, heißt es in der "New York Times" weiter. 

ml/ack/sti (rtr, dpa, ap, afp)

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