Schalke-Manager Christian Heidel schmeißt hin | Sport | DW | 23.02.2019
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23. Spieltag

Schalke-Manager Christian Heidel schmeißt hin

Nach der 0:3-Pleite des FC Schalke 04 beim FSV Mainz 05 verkündet Sportvorstand Christian Heidel seinen Abschied. Der erste Kegel der sportlichen Führung der Schalker ist gefallen, der zweite wackelt.

War es Zufall, dass Christian Heidel seine Entscheidung ausgerechnet in Mainz verkündete? Von dort war er 2016 zu den Schalkern gestoßen. An seiner alten Wirkungsstätte gab der Sportvorstand seinen Abschied von den Königsblauen bekannt - spätestens zum Saisonende. Heidel zog damit die Konsequenz aus der Krise der Schalker in der Bundesliga. "Ich bin gesamtverantwortlich für die sportliche Entwicklung", sagte der 55-Jährige dem Fernsehsender "Sky".

"Auslöser für Unruhe"

Seine Entscheidung sei jedoch bereits vor der 0:3 (0:1)-Pleite in Mainz gefallen. Am vergangenen Montag, so Heidel, habe er Vereinschef Clemens Tönnies informiert, am Freitag dann auch Trainer Domenico Tedesco. "Ich bin jemand, der konsequent ist", sagte Heidel. "Ich kann mich nicht hinstellen und sagen, ich stehe für Ruhe, wenn ich der Auslöser für Unruhe bin." Heidel war in den vergangenen Wochen immer mehr ins Visier der Kritiker geraten. Die hatten dem Manager gravierende Fehler in der Transferpolitik des Vereins vorgehalten: Leistungsträger wie Leon Goretzka und Max Meyer gingen, ohne dass die Schalker für sie Ablösesummen kassierten. Die Neuzugänge wie Nationalspieler Sebastian Rudy, der vom FC Bayern kam, zündeten nicht.

Fußball 1. FSV Mainz 05 v FC Schalke 04 - Bundesliga wütende Schalker Fans (Getty Images/Bongarts/A. Grimm)

Wütende Schalker Fans während des Spiels in Mainz

Kommt Jonas Boldt?

Der Vertrag Heidels läuft eigentlich noch bis 2020. "Ich werde den Vertrag auflösen, ohne jede Abfindung", sagte der Noch-Sportvorstand der Schalker. Er werde dem Verein noch bis zum Saisonende "mit Rat und Tat" zur Verfügung stehen - auch wenn es darum gehe, seinen Nachfolger einzuarbeiten. Als Topkandidat für den Posten wird seit einiger Zeit Jonas Boldt gehandelt, scheidender Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen. Klubchef Tönnies sagte, die Neubesetzung werde "zügig, aber nicht übereilt" erfolgen.

Sportlicher Offenbarungseid

In der vergangenen Saison waren Manager Heidel und Trainer Tedesco von den Schalker Fans noch für die Vizemeisterschaft gefeiert worden. Am Samstag blieb Tedesco nach dem Abpfiff mit nachdenklichem Blick in sicherer Entfernung zur Schalke-Kurve stehen. Von dort hagelte es wütende Beschimpfungen gegen Spieler und Trainer, auch einzelne Flaschen flogen.

Fussball Bundesliga 1. FSV Mainz 05 vs. FC Schalke 04 | Enttäuschung (picture-alliance/G. Kirchner)

Ratlose Schalker nach einem der drei Gegentreffer in Mainz

Das 0:3 in Mainz war ein sportlicher Offenbarungseid der Schalker. Das Team hatte der Kampfkraft und Laufbereitschaft des FSV nichts entgegenzusetzen. Die Schalker-Abwehr lud zu den Gegentreffern von Karim Onisiwo (18. und 84. Minute) sowie Jean-Philippe Mateta (73.) förmlich ein. Dem Offensivspiel fehlten die Ideen, dazu leisteten sich die Königsblauen jede Menge Abspielfehler.

Nach der zwölften Niederlage im 23. Saisonspiel bleiben die Schalker auf Tabellenrang 14, indiskutabel für eine Mannschaft, die in der Champions League spielt - noch. Denn nach dem 2:3 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City am vergangenen Mittwoch glauben wohl nur die kühnsten Optimisten daran, dass Tedescos Mannschaft noch in die Runde der besten Acht einzieht.

Diskussion um Tedesco

Fußball 1. FSV Mainz 05 v FC Schalke 04 - Bundesliga Trainer Tedesco (Getty Images/Bongarts/A. Grimm)

Nachdenklicher Trainer Tedesco

Heidel hatte Tedesco 2017 vom Zweitligisten Erzgebirge Aue zu den Schalkern geholt. "Ich muss das erst mal sacken lassen", sagte der Trainer, angesprochen auf den bevorstehenden Abschied des Sportvorstands. Auf die Frage nach seiner eigenen Zukunft reagierte Tedesco dünnhäutig: "Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Es wäre seltsam, heute über mich zu reden." Die Diskussion, ob Tedesco noch der richtige Mann ist, wird sicherlich an Fahrt aufnehmen. Der erste Kegel der sportlichen Führung der Schalker ist gefallen, der zweite wackelt bedenklich.

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