Saudischer Kronprinz will Kleiderordnung für Frauen lockern | Aktuell Nahost | DW | 19.03.2018
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Reformen in Saudi-Arabien

Saudischer Kronprinz will Kleiderordnung für Frauen lockern

Am Dienstag wird der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in den USA erwartet. Vor seiner Abreise hat er sich ein weiteres Mal reformbereit gezeigt.

Der reformorientierte saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will Frauen keine Verhüllung von Kopf und Gesicht und keine langen schwarzen Roben (Abaya) mehr vorschreiben. Die Gesetze auch des islamischen Scharia-Rechts seien in der Frage sehr klar, sagte Mohammed dem Sender CBS. "Frauen sollen dezente und respektvolle Kleidung tragen, ebenso wie Männer." Das setze nicht unbedingt eine schwarze Abaya oder eine schwarze Kopfverhüllung voraus. "Die Entscheidung, welche dezente und respektvolle Kleidung sie tragen wollen, liegt vollständig bei den Frauen."

Es war zunächst unklar, ob die Worte des Kronprinzen eine Änderung für die Kleiderordnung im Königreich bedeuten. Es gibt dazu keine schriftlichen Bestimmungen. Rechtsprechung und Polizei haben aber über lange Zeit einen strikten Dresscode gefordert, der das Tragen einer traditionellen Abaya und in vielen Fällen auch die Verhüllung von Gesicht und Haaren vorsieht.

Saudi-Arabien Feiernde Frauen (DW/T. Alsultan)

Diese traditionellen Abayas könnten in Saudi Arabien bald der Vergangenheit angehören

König Salman hatte seinen Sohn Mohammed Mitte 2017 zum Kronprinzen und damit zu seinem designierten Nachfolger ernannt. Der Aufstieg des 32-Jährigen hat eine vorsichtige soziale Öffnung in dem streng muslimisch ausgerichteten Königreichs nach sich gezogen. Im September hatte das Land angekündigt, Frauen erstmals das Autofahren erlauben zu wollen. Zudem dürfen Frauen nun auch zu Sportveranstaltungen in Stadien und auch Filme in Kinos anschauen.

as/uh (rtr, rtre, dpa)

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