Saudischer Blogger Raif Badawi nach zehn Jahren Haft freigelassen | Aktuell Nahost | DW | 11.03.2022
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Saudi-Arabien

Saudischer Blogger Raif Badawi nach zehn Jahren Haft freigelassen

"Raif hat mich angerufen. Er ist frei." Das sagte Badawis Ehefrau Ensaf Haidar der Nachrichtenagentur AFP. Badawi war 2014 wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben verurteilt worden.

Badawi mit #FREERAIF

Nun ist er tatsächlich frei - Raif Badawi

Eigentlich hätte Badawi nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen bereits am 28.02. freigelassen werden müssen, denn zu diesem Zeitpunkt habe er seine zehn Jahre Haft abgesessen. "Er hätte nie auch nur einen einzigen Tag hinter Gittern verbringen dürfen. Jetzt, da er die volle Strafe abgesessen hat, gibt es für die saudischen Behörden keine rechtliche Grundlage mehr, ihn weiterhin festzuhalten", sagte Deutschland-Geschäftsführer Christian Mihr Anfang der Woche.

Jetzt ist Badawi also auf freien Fuß, wie seine Ehefrau Ensaf Haidar auf Twitter schrieb:

Hartes Strafmaß

Raif Badawi hatte 2008 ein Online-Forum mit dem Namen "Die saudischen Liberalen" begründet, in dem er mit außergewöhnlicher Offenheit religiöse und gesellschaftliche Themen diskutierte. Im Jahr 2012 wurde er verhaftet und ein Jahr später wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Gefängnis, 1000 Peitschenhieben, einer Geldstrafe von einer Million Riyal und einem zehnjährigen Ausreiseverbot nach Beendigung seiner Haftstrafe verurteilt. 2015 wurde Badawi mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

Ensaf Haidar vor der kanadischen Flagge

Ein langere Kampf geht für Ensaf Haidar zuende

Seine Frau Ensaf Haidar lebt seit 2013 in Quebec und kämpfte seit dem ersten Tag dafür, dass ihr Mann freikommt. Sie hofft laut ROG nun darauf, dass Ottawa ihm die kanadische Staatsbürgerschaft verleiht und damit seinen Umzug nach Kanada erleichtern könnte. "Die Regierung hat jetzt die Chance, sich mit uns zu solidarisieren, unseren Schmerz zu lindern und [Raifs] einzigartigen Beitrag zur weltweiten Menschenrechtsbewegung anzuerkennen, indem sie ihm die Staatsbürgerschaft gewährt und seine Wiedervereinigung mit seiner Familie sicherstellt", schrieb Haidar zuletzt in einem Tweet.

fab/sth (afp, rtr, Twitter)

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