Sasa Kalajdzic: Wichtiger Baustein beim VfB Stuttgart | Sport | DW | 23.10.2020
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Bundesliga

Sasa Kalajdzic: Wichtiger Baustein beim VfB Stuttgart

Trotz mehrerer schwerer Verletzungen ging der Weg des Sasa Kalajdzic stetig bergauf. Mit dem VfB Stuttgart stieg der Österreicher in die Bundesliga auf und spielt dort nun eine wichtige Rolle im System.

Ein Mittelfußbruch nachdem er sich in der österreichischen Bundesliga zum Stammspieler entwickelt hatte, ein Syndesmoseriss kurze Zeit nachdem er sich wieder zurück ins Team gekämpft hatte. Dann eine schwere Knieverletzung mit gerissenem Kreuzband, kaputtem Innenband und beschädigtem Außenmeniskus nur wenige Tage nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart im Sommer 2019 - die Rückschläge haben Sasa Kalajdzic in seiner noch jungen Karriere als Profifußballer meistens dann getroffen, wenn es am wenigsten gepasst hat.  

Zwar haben die Verletzungen den Österreicher, dessen Eltern aus Serbien stammen, gebremst, stoppen konnten sie ihn nicht. Weil die vergangene Saison Corona bedingt ein paar Wochen später zu Ende ging als geplant, schaffte Kaljdzic noch die Rückkehr ins Team, bestritt immerhin noch sechs Spiele und traf einmal. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga ist er nun als Mittelstürmer gesetzt und erfüllt dort eine wichtige Rolle.

"Wandspieler" und Ballmagnet

Der Zwei-Meter-Hüne im System des VfB das, was vor einigen Jahren unter dem Begriff "Wandspieler" den Weg ins Fußball-Fachvokabular gefunden hat. Mit dem Rücken zum gegnerischen Tor wird er oft von seinen Teamkollegen gesucht. Tatsächlich spielt keine andere Bundesliga-Mannschaft so viele vertikale Pässe wie der VfB. Kalajdzic nimmt - egal ob mit Fuß oder Kopf - die Zuspiele an, leitet sie geschickt an Mitspieler weiter, die bereits auf den Außenbahnen in den freien Raum gestartet sind oder lässt den Ball einfach nur prallen, damit ein Abschluss aus der zweiten Reihe erfolgen kann. So geschehen auch am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln, als Kalajdzic die frühe Stuttgarter Führung durch Orel Mangala mit einem solchen "Wandpass" vorbereitete.

Deutschland Bundesliga | VfB Stuttgart v 1. FC Köln | Tor (1:0)

Sasa Kalajdzic lässt prallen und Orel Malanga zirkelt den Ball ins Tor - sechs Kölner schauen zu

Aber der 23-Jährige steht nicht nur vorne drin und wartet ab. Hat der Gegner den Ball, ist Kalajdzic derjenige, der in vorderster Reihe anläuft und versucht, Bälle zu gewinnen. Oft lässt sich der gelernte Mittelfeldspieler auch bis zur Mittellinie zurückfallen und spielt dort seine Rolle als Ballmagnet und -verteiler.

Zum Stürmer umgemodelt wurde Kalajdzic in der zweiten Mannschaft von Admira Wacker Mödling, dem Verein, bei dem ihm später auch der Durchbruch als Profi gelang. "Ich bin froh, dass das so passiert ist. Mittlerweile fühle ich mich im Angriff viel wohler", sagte Kalajdzic vergangenes Jahr im Gespräch mit dem österreichischen Sportportal "LaOla1". "Ich will Tore schießen, meine Mitspieler in Szene setzen, schönen Fußball spielen, kombinieren - diese Faktoren sind für mich wichtig.

Viel Potential

Im Spiel gegen den 1. FC Köln hat Kalajdzic genau das in weiten Teilen umgesetzt. Zwar ist ihm kein eigener Treffer gelungen - aus den ersten fünf Spielen der Saison stehen dennoch schon drei zu Buche - aber er hat seine Aufgabe erfüllt und bis zu seiner Auswechslung in der keinen Fehler gemacht. Hätte Tanguy Coulibaly kurz vor der Pause zum 2:1 getroffen, nachdem Kalajdzic ihn mit einem schnell weitergeleiteten Ball in eine aussichtsreiche Eins-gegen-eins-Situation mit FC-Keeper Timo Horn schickte, so wäre Stuttgarts Mittelstürmer als doppelter Vorlagengeber wohl einer der Männer der Spiels gewesen. Stattdessen blieb die Krönung aus, unter dem Strich stand für Kalajdzic keine herausragende aber eine gute Leistung.

Gleiches gilt auch für seinen Klub, den VfB Stuttgart, der aufgrund der starken Anfangsphase höher hätte führen müssen, das Spiel wegen der besseren 2. Halbzeit des FC aber durchaus auch noch hätte verlieren können. "Das waren jetzt acht Punkte, die gegen den Abstieg wichtig sind", fasste Daniel Didavi die ersten fünf Spiele der Saison nach dem Abpfiff zusammen. Mit 30 Jahren ist er einer der Senioren im Stuttgarter Team. "Wir sind gut, sogar sehr gut gestartet, aber wir haben noch nichts erreicht", warnte er. "Wenn man mal zwei oder drei Spiele verliert, muss man stabil bleiben. Aber das Potential der jungen Spieler ist unglaublich."

Eine Aussage die auch auf Sasa Kalajdzic hundertprozentig zutrifft.

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