Sachenbacher-Stehle: Aufstieg, Umstieg, Abstieg | Winterspiele 2018 in Pyeongchang | DW | 21.02.2014
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Olympia

Sachenbacher-Stehle: Aufstieg, Umstieg, Abstieg

Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle wird bei den Winterspielen in Sotschi positiv auf Methylhexanamin getestet. Für die 33-Jährige ein unrühmlicher Abschluss ihrer eigentlich eindrucksvollen Karriere.

"Ich erlebe gerade den schlimmsten Albtraum den man sich vorstellen kann. Denn ich kann mir überhaupt nicht erklären, wie es zu dieser positiven Dopingprobe gekommen ist." Evi Sachenbacher-Stehle versteht die Welt nicht mehr. Bei den Winterspielen in Sotschi wurde die 33-Jährige des Dopings überführt. Die Einnahme der verbotenen Substanz Methylhexanamin wurde der Langläuferin zum Verhängnis. Häufig wird Methylhexanamin in Nahrungsergänzungsmitteln gefunden, die für extremen Fettabbau oder auch Muskelaufbau werben. In Sachenbacher-Stehles Fall soll es sich um einen verunreinigten chinesischen Energieriegel handeln.

Für die als Frohnatur geltende Athletin dürfte der Vorfall das Ende einer bis dahin eigentlich eindrucksvollen Karriere bedeuten, auch wenn sie die bewusste Einnahme von Dopingmitteln bestreitet. "Ich kann im Moment allen Beteiligten nur ausdrücklich versichern, dass ich zu keinem Zeitpunkt bewusst verbotene Substanzen zu mir genommen habe und alles daran setzen werde, diese Sache lückenlos aufzuklären."

"Gold-Evi" strahlt

Zweimal Gold und dreimal Silber bei Olympischen Winterspielen. Als "Gold-Evi" schrieb sie Sportgeschichte. Ihr Lachen wurde zu ihrem Markenzeichen. Die als akribisch und fleißig geltende Sportsoldatin zählt zu den erfolgreichsten Athleten des Deutschen Ski-Verbandes (DSV). Ihren ersten Karriere-Höhepunkt feierte Evi Sachenbacher-Stehle 2002, bei den Winterspielen in Salt Lake City. Die Langläuferin gewann die Gold-Medaille mit der Staffel und Silber im Sprint. Bei den Spielen in Vancouver vor vier Jahren gab es zum zweiten Mal Gold im Teamsprint und Silber mit der Staffel.

Vom Langlauf zum Biathlon

Seit 2012 als Biathletin unterwegs: Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Spielen in Sotschi. (Foto: Getty)

Seit 2012 als Biathletin unterwegs: Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Spielen in Sotschi

Dann der Wechsel zum Biathlon: Vor zwei Jahren gab sie aufgrund von Motivationsproblemen ihre Paradedisziplin Langlauf auf und wechselte zu den Biathletinnen. Auch hier machte Sachenbacher-Stehle von Beginn an eine gute Figur, verpasste beim Massenstart in Sotschi knapp die Medaillenränge - alles schien rund zu laufen. Doch jetzt kam raus: Die 33-Jährige hatte nicht mit fairen Mitteln gekämpft.

Ertappt! Schon wieder - wird sie sich denken. Schon bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 machte Sachenbacher-Stehle Bekanntschaft mit den Dopingjägern. Die damals 25-Jährige verpasste das 15- Kilometer-Rennen, weil sie wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden war. Bei einer Dopingkontrolle einen Tag vor der Eröffnung der Winterspiele hatte ihr Hämoglobinwert 16,4 Gramm pro Deziliter betragen. Damit wurde der zulässige Höchstwert um 0,4 überschritten.

Kein Doping-Nachweis in Turin

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Sachenbacher-Stehle positiv getestet

Ein hoher Hämoglobinwert kann, muss aber kein Hinweis auf eine Manipulation mit dem Blutdopingmittel EPO sein. Unter Tränen versicherte Sachenbacher-Stehle damals nie wissentlich gedopt zu haben, sondern das sie in der Höhe oft höhere Hämoglobinwerte aufweise, was auch der damalige DSV-Präsident Alfons Hörmann bestätigte. Nach weiteren Tests während der Spiele in Turin konnte der Athletin aber kein Doping nachgewiesen werden.

Mit der Langlauf-Staffel gewann sie nach ihrer Schutzsperre noch die Silber-Medaille. Im Anschluss an die Spiele ließ Sachenbacher-Stehle mehrere Gutachten erstellen, die ihre "Anfälligkeit" für erhöhte Blutwerte bestätigen sollten. Ein daraufhin vom DSV gestellter Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für Sachenbacher-Stehle wurde damals aber vom Ski-Weltverband (FIS) abgelehnt.

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