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PanoramaItalien

Südtirol: Lawine reißt fünf Bergsteiger in den Tod

2. November 2025

Es ist eines der schlimmsten Lawinenunglücke der vergangenen Jahre in den Alpen: Im Ortler-Gebirge im Norden Italiens lösten sich Schneemassen und verschütteten mehrere deutsche Kletterer.

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Italien Südtirol 2025 | Blick auf das leicht wolkenverhangene Ortler-Gebirge (02.11.2025)
Unglücksort Ortler-Gebirge in SüdtirolBild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/picture alliance

Es war kurz vor Einbruch der Dämmerung, dennoch waren am Samstagnachmittag noch Bergsteigergruppen im Ortler-Gebirge in Südtirol unterwegs. Der Gebirgszug liegt in der Provinz Trentino im Norden Italiens. Kurz vor 16 Uhr löste sich dort am Samstag eine Schneelawine. Für fünf Kletterer, die alle aus Deutschland stammen, gab es kein Entrinnen.

Die beiden Frauen und drei Männer wurden unter dem Gipfel der 3545 Meter hohen Vertainspitze von den Schneemassen erfasst und ins Tal gerissen. Alle fünf konnten nur noch tot geborgen werden. Zwei Männer - ebenfalls Deutsche - überlebten das Unglück. Sie wurden noch am Samstag mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Bozen gebracht. Die beiden Männer hatten nach dem Unglück Alarm geschlagen und die Bergrettung informiert. Lebensgefahr besteht für sie nicht.

Abbruch der Suche wegen Dunkelheit

Die Rettungsmannschaften mussten am Abend ihre Suche wegen der Dunkelheit zunächst einstellen. Deshalb wurden zwei Leichen erst an diesem Sonntag geborgen. Die Einsätze werden von der Bergrettung in Sulden koordiniert, mit Unterstützung benachbarter alpiner Rettungsstationen, des Bergrettungsdienstes der Guardia di Finanza, des Hubschrauberrettungsdienstes und der Talfeuerwehr.

Italien Südtirol 2025 | Ein Rettungshubschrauber fliegt dicht über Bergrettern an einer Landestelle vor der Kulisse des Ortler-Gebirges (02.11.2025)
Sucheinsatz am SonntagvormittagBild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/picture alliance

Der genaue Hergang ist noch unklar. Vermutet wird, dass die Lawine von der Seilschaft ausgelöst wurde, die am weitesten oben war. Offen ist vor allem, warum die Bergsteiger so spät am Nachmittag noch beim Aufstieg waren.

"Ich verstehe das auch nicht", sagte der Sprecher der Bergrettung Sulden, Olaf Reinstadler, der Deutschen Presse-Agentur. "Die haben extrem lang nach oben gebraucht. Wenn man so spät am Nachmittag noch beim Aufstieg ist, wird das um diese Jahreszeit sehr schwierig. Der Abstieg hätte dann bis in die Nacht gedauert."

Warum löste sich die Lawine?

Am Wochenende hingen in den Bergen dichte Wolken. Nach Auskunft der Bergrettung bestand keine besonders große Lawinengefahr. Möglicherweise habe sich die Lawine infolge starker Verwehungen gelöst, weil Neuschnee noch nicht ausreichend mit dem Untergrund verbunden gewesen war, so Reinstadler.

Das Unglück vom Samstag gehört zu den schlimmsten in den Alpen der vergangenen Jahre. Eine höhere Opferzahl gab es zuletzt im Juli 2022. Damals kamen bei einem Gletscherabbruch an der Marmolata in den Dolomiten elf Bergsteiger aus Italien und Tschechien ums Leben. Sie wurden von einer Eis- und Felslawine begraben.

Lawinenunfälle sind in den italienischen Alpen ein permanentes Problem. Die Opfer sind häufig Skitourengänger oder sogenannte Freerider, die am liebsten abseits offizieller Pisten durch noch unberührten Schnee fahren. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Zahl der Unfälle in den vergangenen Jahren gestiegen ist - möglicherweise weil mehr Menschen unmittelbar nachdem Neuschnee gefallen ist, in abgelegene Gebiete aufbrechen.

AR/se (dpa, afp, EBU, ap)

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