Russlands Außenminister Sergej Lawrow lädt Kim Jong Un nach Russland ein | Aktuell Welt | DW | 31.05.2018
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USA-Nordkorea-Gipfel

Russlands Außenminister Sergej Lawrow lädt Kim Jong Un nach Russland ein

Während die Vorbereitungen des Nordkorea-USA-Gipfels weitergehen, hat Russlands Außenminister Lawrow Nordkoreas Machthaber zu einem Treffen eingeladen. Die Lage ist vielschichtig.

Sergej Lawrow hat bei seinem Besuch in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu Behutsamkeit in den Verhandlungen über das Atomprogramm des Landes geraten. Die gegenwärtige Annäherung zwischen Nord- und Südkorea sowie zwischen Nordkorea und den USA sei vielschichtig.

Man müsse der Versuchung widerstehen, "bis morgen alles und sofort" zu verlangen, sagte Lawrow nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Ri Yong Ho. Anschließend wurde er auch von Staatschef Kim Jong Un empfangen (Artikelbild). Diesen lud er offiziell zu einem Besuch in Russland ein.

Der russische Außenminister plädierte für einen schrittweisen Abbau der Sanktionen im Gegenzug für eine Aufgabe der nordkoreanischen Atomwaffen. "Das ist nicht auf einmal zu schaffen", so der Chefdiplomat des Kreml. Die USA stellen dagegen Wirtschaftshilfen für Nordkorea erst nach völliger nuklearer Abrüstung in Aussicht.

USA | US-Außenminister trifft nordkoreanischen Gesandten (picture-alliance/dpa/AP Photo/Pool/File/M. Lee)

US-Außenminister Mike Pompeo begrüßt den nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol

Hoher Besuch in den USA

In New York berät derzeit US-Außenminister Mike Pompeo mit dem nordkoreanischen General Kim Yong Cholüber das geplante, aber noch nicht bestätigte Treffen zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump. Den Auftakt machte ein Arbeitsessen am Mittwochabend (Ortszeit) in der Wohnung eines US-Diplomaten in der Nähe des Sitzes der Vereinten Nationen. Per Twitter-Botschaft teilte Pompeo mit, es sei ein "großartiges" Treffen gewesen mit "Steak, Mais und Käse".

Kim ist der Vizevorsitzende des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei und ein enger Vertrauter von Kim Jong Un, dem "Obersten Führer" Nordkoreas und Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee. Kim Yong Chol ist der ranghöchste nordkoreanische Beamte seit 18 Jahren, der in die USA reist.

Treffen am 12. Juni? Vielleicht.

Ein hoher US-Beamter sagte mit Blick auf den für den 12. Juni in Singapur geplanten Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un, die Gespräche in New York dienten dazu, "zu sehen, was in den verbleibenden zwei Wochen getan werden muss". In Richtung Nordkorea ergänzte er: "Falls der Gipfel stattfindet, müssen sie bis dahin deutlich machen, was sie zu tun bereit sind."

Bei dem Gipfel soll es um den Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms gehen. Die USA fordern die vollständige und überprüfbare Denuklearisierung Nordkoreas im Gegenzug für wirtschaftliche Erleichterungen. Pjöngjang hat eine andere Auffassung von Denuklearisierung. Beobachter gehen davon aus, dass Nordkorea ohne Sicherheitsgarantien der USA nicht zur Aufgabe seines Atomprogramms bereit sein wird.

Der US-Beamte stellte allerdings Sicherheitsgarantien für Nordkorea in Aussicht und fügte hinzu: "Wir müssen sie überzeugen, dass ihr Atomprogramm ihre Unsicherheit verstärkt".

Für diesen Donnerstag sind zwei weitere Treffen von Pompeo mit Kim Yong Chol geplant, bei denen es um die Vorbereitung des Gipfels gehen soll.

Treffen der Twitter-Millionäre

Sein Außenminister bewegte sich auf schwierigem diplomatischem Parkett  - der US-Präsident seinerseits traf sich mit einer Vertreterin der eher seichten Unterhaltung. Mit Kim Kardashian West, bekannt aus der Reality-TV-Serie "Meet up with the Kardashians", unterhielt sich Donald Trump im Weißen Haus über "Gefängnisreform und Verurteilungen", wie er seinen rund 52 Millionen Followern per Twitter mitteilte.

Kim Kardashian - 60 Millionen Follower - bedankte sich per Kurzbotschaft beim Präsidenten für "die Zeit an diesem Nachmittag".

Kardashian warb bei Trump für die Begnadigung einer 63-Jährigen, die im Zusammenhang mit Drogendelikten eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt. Alice Marie Johnson war für schuldig befunden worden, als Telefonvermittlerin in Drogengeschäften tätig gewesen zu sein. Sie sollte bereits von Trumps Vorgänger Barack Obama begnadigt werden, aus Fristgründen war daraus jedoch nichts geworden.

Vor dem Treffen mit Trump soll Kardashian monatelang mit dessen Schwiegersohn Jared Kushner verhandelt haben, der eine Reform des Strafvollzugs organisieren soll. Eine Begnadigung Johnsons würde allerdings nicht zu der Linie der Trump-Regierung passen, die den Umgang mit Drogendelikten noch verschärft hat.

mak/stu (afp, rtr)

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