Russland gibt dritten eigenen Corona-Impfstoff frei | Aktuell Europa | DW | 20.02.2021
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COVID-19

Russland gibt dritten eigenen Corona-Impfstoff frei

Das Vakzin mit dem Namen "CoviVac" soll bereits ab März verabreicht werden. Großangelegte Studien dazu gibt es allerdings auch diesmal nicht.

Russland CoviVac Coronavirus Impfstoff

In dieser Verpackung soll der neue Impfstoff CoviVac auf den Markt kommen

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Russland einen neuen heimischen Impfstoff freigegeben. Die ersten 120.000 Dosen "CoviVac" sollten bereits im März ausgeliefert werden, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin in Moskau, und er ergänzte: "Russland ist heute das einzige Land, das bereits drei Impfstoffe hat."

Der Wirkstoff wurde am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt, das in der Hauptstadt angesiedelt ist. Bis Jahresende sollen 20 Millionen Dosen produziert werden. Umfangreiche klinische Studien liegen dazu aber noch nicht vor.

Ähnlich war Russland auch beim Impfstoff "Sputnik V" vorgegangen, der Mitte August als weltweit erster Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde. Auch damals fehlten noch wichtige Tests, was vielfach kritisiert wurde - auch von der EU.

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Im Iran wird seit dem 9. Februar geimpft und ganz auf "Sputnik V" gesetzt

Inzwischen ist "Sputnik V" in rund 30 Ländern registriert, unter anderem auch im EU-Mitgliedsland Ungarn. In der Slowakei soll der Impfstoff eingesetzt werden, sobald die europäische Arzneimittelagentur EMA eine Zulassung erteilt hat. Doch diese wurde vom russischen Hersteller noch gar nicht beantragt.

In der Zwischenzeit wurden in Russland laut Ministerpräsident Mischustin mehr als zehn Millionen Dosen des ersten Impfstoffs hergestellt. Zudem lägen 80.000 Dosen des zweiten Präparats "EpiVacCorona" vor. Nach früheren Angaben soll dieser Wirkstoff im nächsten Monat in Russland zum Einsatz kommen.

Während viele andere Staaten mit den eigenen Vakzinen beliefert werden, haben in Russland erst rund 2,2 Millionen Menschen mindestens eine von zwei notwendigen Injektionen bekommen. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung des riesigen Landes. Daran hatte es vielfach Kritik gegeben, zuletzt von der EU. 

djo/jj (dpa, rtr)

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