Russischer Journalist in Kiew erschossen | Aktuell Europa | DW | 29.05.2018
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Ukraine

Russischer Journalist in Kiew erschossen

Arkadi Babtschenko galt als einer der bekanntesten russischen Kriegsreporter. Nach Angaben der ukrainischen Polizei hatte die Ehefrau des Journalisten ihn blutüberströmt in ihrer Wohnung entdeckt.

Ukraine, Kiew: Der russische Journalist Arkady Babchenko wurde erschossen (picture-alliance/dpa/R. Krivobok)

Arkadi Babtschenko vor einigen Jahren am Moskauer Flughafen

Der 41-Jährige verstarb noch im Krankenwagen. Babtschenkos Kollege Osman Paschajew schrieb auf seiner Facebook-Seite, der Journalist sei im Treppenhaus durch drei Schüsse in den Rücken getötet worden. Die ukranische Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Mord und der Arbeit des Reporters und ermittelt in diese Richtung.

Ukraine Kiew Polizei vor dem Haus des ermordeten Journalisten Arkady Babchenko (Reuters/V. Ogirenko)

Polizisten vor dem Haus des ermordeten Journalisten Babtschenko

Berichte über Brutalitäten im Tschetschenien-Krieg

Babschenko hatte in den 1990er und frühen 2000er Jahren als junger russischer Soldat in den Tschetschenien-Kriegen gekämpft, bevor er ein renommierter Journalist wurde, der sich sehr kritisch über die Regierungsarbeit von Präsident Wladimir Putin äußerte. Er arbeitete für die oppositionelle russische Zeitung "Nowaja Gaseta" und den liberalen Radiosender Moskauer Echo. Zu seinen Themen gehörte auch der Konflikt in der Ost-Ukraine. Er warf Moskau vor, die dortigen prorussischen Rebellen militärisch zu unterstützen.

Drohungen gegen die Familie 

Babtschenko verließ Russland im Februar 2017. Er begründete den Schritt mit wiederholten Drohungen gegen ihn und seine Familie. Der Journalist befürchtete, inhaftiert zu werden. Er lebte zunächst in Tschechien, später in Israel und schließlich in Kiew. Nach Angaben seines Kollegen Paschajew moderierte er zuletzt eine Sendung im privaten ukrainischen Fernsehsender ATR.

In der ukrainischen Hauptstadt ist es der dritte aufsehenerregende Mord an einem Journalisten innerhalb von vier Jahren. 2016 wurde der russische Reporter Pawel Scheremet durch eine Autobombe getötet, ebenfalls ein Kritiker des Kremls. 2015 wurde der ukrainische Journalist Oleg Busina ermordet. Beide Fälle sind ungeklärt.

se/jj (ap, rtr, afp, dpa)