Russische Soldaten bleiben in Venezuela | Aktuell Welt | DW | 28.03.2019
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Entgegen US-Forderung

Russische Soldaten bleiben in Venezuela

Russland lasse sich nicht diktieren, wie es seine Beziehungen zu legitimen Staaten gestalte, erklärte Moskau. US-Präsident Donald Trump hatte öffentlichkeitswirksam den Abzug russischer Soldaten aus Venezuela gefordert.

Venezuela russischer Sukhoi SU-30 Kampfjet (picture-alliance/dpa/M. Gutierrez)

Ein russischer Kampfjet bei einer militärischen Übung in Venezuela (2015)

Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte, Moskau habe "weder internationale Verträge noch venezolanisches Recht verletzt". Es verändere auch nicht das "Gleichgewicht der Kräfte" in der Region. Die Sprecherin bezog sich auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump und seines Stellvertreters Mike Pence, ohne die beiden Politiker namentlich zu nennen. Sacharowa nannte die Statements einen "arroganten Versuch, souveränen Staaten zu diktieren", wie diese ihre Beziehungen gestalten. 

Maria Sacharowa (picture-alliance/AA/S. Karacan)

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa (Archivbild)

"Weder Russland noch Venezuela sind Provinzen der Vereinigten Staaten", fügte sie hinzu. Russische Militärspezialisten seien im Zuge eines beiderseitigen Abkommens über militärisch-technische Zusammenarbeit in Venezuela eingetroffen. Die russischen Spezialisten werden so lange, wie die venezolanische Regierung dies für notwendig halte, in Venezuela bleiben.

Trump zeigt sich mit Juan Guaidós Ehefrau 

Trump hatte Russland am Mittwoch aufgefordert, sich aus Venezuela zurückziehen. Zugleich hatte er betont, dass für Washington die "militärische Option" weiter auf dem Tisch liege. Bei dieser Erklärung im Weißen Haus befand sich Fabiana Rosales, die Ehefrau des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó, an seiner Seite.

USA, Washington: Treffen zwischen Pence, Trump und Fabiana Rosales (Reuters/)

US-Präsident Donald Trump neben Juan Guaidós Ehefrau Fabiana Rosales

Pence hatte die jüngste Ankunft zweier russischer Militärflugzeuge in Venezuela als "Provokation" bezeichnet und Moskau aufgefordert, jegliche Unterstützung für die Regierung in Caracas einzustellen.

Der venezolanische Militärattaché in Moskau, José Rafael Torrealba Pérez, erklärte, es handele sich lediglich um eine "militärisch-technische Zusammenarbeit". Der venezolanische Verteidigungsminister werde in diesem Zusammenhang Ende April in Moskau erwartet. Die russische Militärpräsenz in Venezuela diene "in keiner Weise möglichen militärischen Operationen". 

Maduro kann sich bislang auf seine Armeeführung verlassen

In Venezuela herrscht ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro und Guaidó, der sich Ende Januar zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die USA erkannten ihn als eines der ersten Länder an. Mittlerweile sind es rund 50 Staaten, darunter mehrere rechts regierte lateinamerikanische Länder sowie Deutschland, Frankreich und andere europäische Staaten.

Maduro kann sich bislang aber auf den Rückhalt der Armeeführung verlassen - und auf die Unterstützung Russlands.

nob/gri (afp,rtr)

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