Rosberg: ″Formel 1 braucht kreative Lösungen, um Krise zu überstehen″ | Sport | DW | 09.04.2020
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DW-Gespräch

Rosberg: "Formel 1 braucht kreative Lösungen, um Krise zu überstehen"

Die Formel 1 habe im Angesicht der Corona-Krise richtige Entscheidungen getroffen, müsse aber weiter kreative Lösungen finden, sagt Ex-Weltmeister Nico Rosberg im Gespräch und nennt Beispiele.

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Nico Rosberg über sein Leben in Zeiten von Corona

Der Weltmeister von 2016 gibt sich optimistisch und glaubt, dass die Formel-1-Saison 2020 noch starten kann. Dafür seien aber aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie "kreative Lösungen" notwendig. Im Gespräch mit der DW bringt Rosberg die Idee, zwei Rennen an einem Wochenende und unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden zu lassen ins Gespräch.

"Vielleicht kann man ein bisschen kreativ werden und sogenannte Doubleheader-Wochenenden machen, an denen es an einem Samstag vielleicht in die eine und am Sonntag in die andere Richtung auf der Rennstrecke geht ", so sein Vorschlag:" Es hilft, dass wir Rennen grundsätzlich ohne Zuschauer abhalten können. Dadurch können einige Termine früher angesetzt werden, als wenn man auf eine Freigabe von Rennen mit Zuschauern warten müsste. Ein Rennwochenende kann mit einer Beteiligung von maximal 100 Personen stattfinden." 

Acht Rennen verschoben 

Bisher wurden die ersten acht Rennen der Saison 2020 aufgrund der Corona-Pandemie entweder verschoben oder ausgesetzt, weitere könnten folgen. Diese Auszeit verursacht wie überall im Sport große finanzielle Probleme. Schätzungen beziffern den potenziellen Einnahmeverlust vermuten der Formel 1 mit 85 Millionen US-Dollar, was sich auf einige der zehn Teams gravierende Auswirkungen bis hin zum Bankrott haben würde.

Rosberg, der 2016 mit Mercedes den Weltmeistertitel gewann, bevor er sich in den Ruhestand begab, um ein Unternehmer im technischen Bereich zu werden, sagte, es sei jetzt wichtig, den kleineren Teams zu helfen, damit sie nicht aus dem Business ausschieden. "Das größte Problem ist im Moment die finanzielle Situation einiger der kleineren Teams, da der Formel-1-Zirkus die Teilnahme aller Teams benötigt", sagte er: "Wenn zwei oder drei kleinere Teams ausfallen, dann ist es kein wirklich großartiger Sport mehr, weil einfach nicht genug Teams am Start sind und nicht genug Autos in der Startaufstellung stehen."

"Sie tun die richtigen Dinge"

Am Montag kündigte Williams als drittes Team an, dass es seine Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken werde, während die Fahrer George Russell und Nicholas Latifi, sowie die Teamchefs sich bereit erklärten, eine Gehaltskürzung um 20 Prozent zu akzeptieren. Der Williams-Rennstall sprach in einer Mitteilung davon, dass diese Entscheidung "nicht auf die leichte Schulter genommen" worden sei und das es das Ziel sei, sicherzustellen, dass die Mitarbeiter "zu einer Vollzeitarbeit zurückkehren können, sobald es die Situation wieder erlaubt".

Die Teams McLaren und Racing Point haben ebenfalls Personal entlassen und die Gehälter ihrer Fahrer gekürzt. Darüber hinaus erwägen die Formel-1-Chefs, die Budget-Obergrenze für die nächste Saison zu senken, um die Belastung für die in Not geratenen Teams zu reduzieren. Die für 2021 geplanten Regeländerungen wurden bereits um ein Jahr nach hinten verschoben und die Teams dürfen 2021 die gleichen Autos verwenden wie 2020. "Es werden viele Einnahmen verloren gehen, aber gleichzeitig wurden bereits jetzt Maßnahmen ergriffen", sagte Rosberg: "Die Entwicklung wurde gestoppt und verschoben. Das wird eine Menge Geld sparen. Und sie sind in Diskussionen über viele andere Dinge. Sie tun die richtigen Dinge."

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