Ronaldo erlöst Portugal | Fußball | DW | 15.11.2013
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Fußball

Ronaldo erlöst Portugal

Superstar Cristiano Ronaldo verschafft Portugal einen Vorteil im Playoff-Duell gegen Schweden. Frankreich erlebt eine bittere Pleite in der Ukraine und muss um das WM-Ticket bangen.

Der Schwede Zlatan Ibrahimovic (l.) gratuliert dem Portugiesen Cristiano Ronaldo (Foto: MIGUEL RIOPA/AFP/Getty Images)

Der Schwede Zlatan Ibrahimovic (l.) gratuliert dem Portugiesen Cristiano Ronaldo zu seinem Tor und dem Sieg

Mit einem spektakulären Flugkopfball hat Cristiano Ronaldo das erste Duell der Tormaschinen für sich entschieden und die portugiesische Nationalmannschaft der WM-Endrunde einen Schritt näher gebracht. Der ehemalige Weltfußballer erzielte acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den 1:0 (0:0)-Siegtreffer im Playoff-Spiel gegen Schweden mit Sturmwidersacher Zlatan Ibrahimovic. "Wir haben den kleinstmöglichen Vorteil, aber es ist besser als ein Unentschieden", meinte Matchwinner Ronaldo: "Es wäre besser, wenn der Vorsprung größer ausgefallen wäre."

Beide Superstars blieben in den ersten, intensiven 45 Minuten recht blass. Ihnen standen die jeweiligen Gegenspieler fast permanent auf den Füßen. Ein Freistoßversuch von Ronaldo (16. Minute) landete in der gelb-blauen Schweden-Mauer, ein Kopfball (38.) ging ein paar Meter über das Tor. Auf der Gegenseite glänzte Ibrahimovic, als er einen Ball für Sebastian Larssen durchließ. Portugals Keeper Rui Patricio konnte nur mit Mühe zur Ecke klären. Ausruhen durfte sich keine der beiden Abwehrreihen. In der 41. Minute wäre auch Nürnbergs starker Per Nilsson in der Schweden-Defensive geschlagen gewesen, der Kopfball des aufgerückten Pepe landete aber in den Armen von Keeper Andreas Isaksson. Nach dem Seitenwechsel zog Ronaldo merklich das Tempo an. Der Angreifer von Real Madrid wechselte immer wieder die Seiten, trieb das Spiel der Portugiesen voran, die in der 69. Minute durch einen Nani-Distanzschuss eine gute Gelegenheit hatten. Schwedens Keeper parierte aber. Doch dann schlug Ronaldo selbst zu, als er aus kurzer Distanz per Kopf den Ball ins Netz wuchtete. Doch Ronaldo weiß: "Wir haben in Schweden nächste Woche einen großen Kampf vor uns."

Frankreich mit schlechten Aussichten

Die Ukrainer feiern ihren Sieg, die Franzosen lassen die Köpfe hängen (Foto: FRANCK FIFE/AFP/Getty Images)

Die Ukrainer (r.) feiern - die Franzosen sind entsetzt

Den muss auch Franck Ribéry, Europas Fußballer des Jahres, abliefern. Für ihn und seine Franzosen droht der WM-Traum zu platzen: Frankreich verlor in der Ukraine mit 0:2 (0:0). Der ehemalige Welt- und Europameister steht damit im Rückspiel am Dienstag (19.11.2013) in Paris gewaltig unter Druck. Praktisch immer in Doppelbewachung, konnte Ribéry in Kiew gegen die playofferfahrenen Ukrainer nur selten zu seinen gefürchteten Dribblings ansetzen. Das Spiel machten überwiegend die komplett in kanariengelb gekleideten Hausherren, angetrieben von Andrej Jarmolenko. In der 30. Minute scheiterte Edmar mit einem Kopfball. Frankreich, das die direkte Qualifikation als Zweiter in seiner Gruppe hinter Titelverteidiger Spanien verpasst hatte, geriet durch einen Treffer von Roman Zozulia in der 61. Minute in Rückstand, ehe Jarmolenko (82.) mit einem Strafstoß für die Entscheidung sorgte. In einer hektischen Nachspielzeit sah Frankreichs Laurent Koscielny wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Alexander Kucher bei der Ukraine Gelb-Rot. Beide fehlen somit beim Showdown in Paris.

Island rettet Remis - Griechenland gewinnt

In Reykjavik setzten die einst belächelten Isländer ihre tapfere Tour gen Brasilien auch gegen die Kroaten fort, die mit vier Bundesliga-Profis antraten. Durch das torlose Remis trotz langer Unterzahl reicht der Mannschaft des erfahrenen schwedischen Trainer Lars Lagerbäck im Rückpiel bei den Kroaten am Dienstag bereits ein 1:1, um zum ersten Mal in der Geschichte des 320.000-Einwohner-Landes bei einer WM-Endrunde dabei zu sein. Im Gegensatz zu den anderen drei Partien der acht besten Gruppen-Zweiten in der Kontinental-Qualifikation erlebten die Zuschauer in Piräus recht früh turbulent-torreiche sechs Minuten. Konstantinos Mitroglou brachte Ex-Europameister Griechenland in der 14. Minute in Führung. Fünf Minuten später glich Bogdan Stancu für Rumänien aus. Nicht mal sechzig Sekunden später sorgte Dimitrios Salpingidis für das 2:1. Mit seinem zweiten Tor verschaffte Mitroglo (66.) dem Europameister von 2004 eine gute Ausgangslage.